Kurz vor dem Ablauf von Donald Trumps Ultimatum hat die iranische Führung einen Vorschlag für einen Waffenstillstand zurückgewiesen, was eine weitere Eskalation im Nahen Osten wahrscheinlich macht. Amerikaner und Israelis drohen mit Angriffen auf Irans Infrastruktur und Energieanlagen. Esmail Baghaei, der Sprecher des iranischen Außenministeriums, der eher wie ein Architekturprofessor oder Schauspieler wirkt, zeigte sich kämpferisch in einer Pressekonferenz am Montagnachmittag in Teheran. Er erklärte, dass sein Land nicht unter Beschuss verhandele und den amerikanischen Waffenstillstandsvorschlag ablehne. US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich mit harten Worten gedroht: Sollte Iran die Straße von Hormuz für die internationale Schifffahrt nicht öffnen, würde es „in der Hölle leben“. Ein entsprechendes Ultimatum läuft am Dienstagmorgen ab. Unterdessen hatten sich Unterhändler aus Ägypten, Pakistan und der Türkei bemüht, ein Abkommen zu vermitteln. Ihr von Washington unterstützter Vorschlag sah eine 45-tägige Waffenruhe vor, bei der Iran die Straße von Hormuz freigeben und sein angereichertes Uran abgeben sollte. Dieser wurde in Teheran jedoch zurückgewiesen. Laut dem Medienportal Axios beinhaltete das Angebot auch die Freigabe des wichtigen Wasserwegs für den internationalen Schiffsverkehr sowie die Abgabe von angereichertem Uran, gefolgt von Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen. Die iranische Führung hielt dagegen: Verhandlungen unter Beschuss seien nicht möglich. Zwei Monate nach Angriffen durch Israel und die USA droht der Konflikt nun mit verstärkten Auseinandersetzungen weiterzugehen, da Trump angekündigt hatte, dass seine Luftwaffe dann Irans Infrastruktur ins Visier nehmen würde. Dies wurde von israelischen Bombardements am Montag bestätigt. Es bleibt ungewiss, ob eine Eskalation das Regime in Teheran zu Zugeständnissen zwingt. Die Revolutionsgarden scheinen sich auf harte Kämpfe einzustellen und planen Gegenschläge gegen amerikanisch-israelische Angriffe. Insbesondere die Golfmonarchien könnten unter verstärkten Drohnen- und Raketenangriffen leiden, was auch für die Weltwirtschaft katastrophale Folgen hätte. Die Kämpfe erstrecken sich weiterhin über verschiedene Fronten: In Libanon greift Israel Hizbullah-Ziele an, während im Irak pro-iranische Gruppen drohen, ihre Angriffe auf US-Ziele zu verstärken. Der fortwährende Konflikt schwächt Irans Wirtschaft erheblich, da die Angriffe auf Stahlwerke und petrochemische Anlagen die Haupteinnahmequellen des Landes treffen.