Die Familie Schönbächler kann den berüchtigten «Richi»-Spruch nicht abschütteln. Die Stiftung Kinderschutz Schweiz beleuchtet die Auswirkungen auf das Betroffene Kind.
«Jaa Richiii! I ha gseit, du söusch di guet häbe» – und damit löst Vater Hermann Schönbächler Gelächter aus. Der Satz wurde 2010 in der SRF-Serie «Auf und davon» gesprochen. In der Szene versucht Schönbächler, seinen fünfjährigen Sohn Richi von einem Bagger zu heben; als dieser fällt, ruft er den berüchtigten Satz.
Das Zitat hat sich in zahlreichen Memes und Fanartikeln verbreitet. Während die Schweiz diesen Spruch humorvoll findet, leidet die Familie Schönbächler in Kanada unter dessen Folgen. Kürzlich bat sie darum, den ganzen Trubel zu beenden: «Nach all diesen Jahren sollten alle Angelegenheiten ruhen lassen und unseren Kindern Respekt und Distanz gewähren.»
Sohn Richi Schönbächler wuchs ständig mit diesem Running-Gag auf. Tamara Parham, Mediensprecherin der Stiftung Kinderschutz Schweiz, erklärt: «Das kann für ein Kind sehr belastend sein – selbst wenn es von aussen harmlos wirkt.» Kinder hätten das Recht auf Privatsphäre und sollten bestimmen können, wie sie wahrgenommen werden. Wenn eine Szene immer wieder geteilt werde, entstehe eine «digitale Identität», die das Kind nicht kontrollieren könne.
Laut Parham bleibt ein solcher Inhalt im Internet oft jahrelang erhalten und kann verändert oder weiterverbreitet werden, was für Kinder problematisch ist. Ein einzelner Moment könne langfristig auf sie zurückfallen.
«Das Kind kann sich blossgestellt oder beschämt fühlen», so Parham. Es könnte auch im sozialen Umfeld auf diesen Moment reduziert oder ausgelacht werden, was den Verlust von Vertrauen zur Folge haben könne.
Nach Ansicht der Stiftung können solche Erfahrungen das Selbstbild und die Entwicklung eines Kindes beeinflussen. «Humor darf nie zu Lasten eines Kindes gehen», betont Parham.
Alle, die ein «Richi»-Meme geteilt haben, sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein.
Die Familie Schönbächler war nicht erreichbar.
Richi Schönbächler ist nicht der einzige Junge, der durch eine SRF-Sendung bekannt wurde. 2015 portraitierte SRF Maximilian Janisch im Dokumentarfilm als Wunderkind. Seine Aussage über das Spiel «Cache cache trappe trappe» führte zum Meme “Cache, cache, trappe, trappe”, das erst 2023 viral ging.
Maximilian Janisch äußert sich in einem TikTok-Video positiv dazu, dass es nun zur Unterhaltung beiträgt. Er nutzt seine Bekanntheit aktiv und teilt auf Social Media seine Karriere und mathematische Erklärungen. Auf TikTok hat er über 200’000 Follower.