Die Vereinbarung einer zweiwöchigen Feuerpause zwischen den USA und Iran kurz vor dem Ablauf von Donald Trumps Ultimatum wird international begrüßt, während in den USA Kritik an seiner harschen Rhetorik laut wird. Die von Trump angekündigte «Auslöschung der iranischen Zivilisation» wurde verschoben; er verkündete auf Truth Social: «Ein bedeutender Tag für den Weltfrieden! Der Iran ist erschöpft und alle anderen auch! Wir werden beim Schiffsverkehr in der Strasse von Hormus mitwirken. Es wird viele positive Massnahmen geben, viel Geld verdient werden. Iran kann Wiederaufbau starten. Wir werden uns eindecken und die Situation überwachen – so wie es uns hier zu Hause geht…»
Pakistan, das als Vermittler agierte, bezeichnete die sofortige Waffenruhe als diplomatischen Durchbruch und lud beide Parteien zu weiteren Gesprächen am Freitag nach Islamabad ein. Ministerpräsident Sharif betonte auf X: Beide Staaten hätten «Weisheit und Verantwortungsbewusstsein» gezeigt; die nächsten Schritte würden nun in den «Islamabad Talks» erörtert.
In den USA gab es sowohl bei Demokraten als auch Republikanern Kritik an Trumps Iran-Politik, besonders nach der Drohung mit dem Untergang der iranischen Zivilisation. Chuck Schumer, Minderheitsführer im Senat, begrüßte Trumps Rückzug vom Ultimatum und kritisierte ihn gleichzeitig als «Suche nach einem Ausweg aus seinem lächerlichen Grossmaulgetue».
Unterstützung erhielt der Präsident von Dan Crenshaw, einem republikanischen Kongressabgeordneten aus Texas. Er warf den Kritikern vor, Trumps Rhetorik wörtlich genommen zu haben und mahnte auf X: «Atmet tief durch». «Präsident Trump spricht von MACHT – der einzigen Sprache, die Gegner verstehen», erklärte Crenshaw weiter. «Diplomatische Erklärungen beruhigen zwar die UNO, bringen aber nichts».
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begrüßt die Feuerpause als notwendigen Deeskalationsschritt und betonte, Gespräche müssten fortdauern, um eine dauerhafte Lösung zu finden. Ähnlich äußerte sich Bundeskanzler Friedrich Merz: Dank an Pakistan für seine Vermittlung; Ziel sei nun ein dauerhaftes Ende der Auseinandersetzung.
Europäische Reaktionen konzentrieren sich auf die Sicherstellung der Feuerpause, wobei Kaja Kallas, EU-Aussenbeauftragte, die Offenheit diplomatischer Gespräche fordert. Der britische Premierminister Keir Starmer begrüßt die Waffenruhe als Erleichterung und will sich für eine dauerhafte Öffnung der Strasse von Hormuz einsetzen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron unterstützt die Vereinbarung, mahnt aber auch den Einbezug des Libanon.
Ukrainische Aussenminister Andri Sibiha sieht in der amerikanischen Entschlossenheit eine Wirkung und schlägt vor, Moskau zu einem Waffenstillstand gegenüber der Ukraine zu bewegen (X).
Die internationale Presse betrachtet die Feuerpause als kurzfristige Erleichterung. Die «New York Times» spricht von einem «taktischen Sieg in letzter Minute», der den Märkten Ruhe bringt, während grundlegende Konfliktursachen ungelöst bleiben. Mehrere Medien betonen, dass die Feuerpause Trumps Rückzieher-Eindruck verstärke; «The Age» spricht davon als dem bislang größten «Taco-Moment», bei dem Trump im entscheidenden Moment zurückweiche.
Allerdings überwiegt Skepsis bezüglich der Beständigkeit der Vereinbarung. Der australische «Sydney Morning Herald» meint, die Waffenruhe könne den Ölfluss wiederherstellen, doch eine Marktnormalisierung brauche Monate – vorausgesetzt, der Konflikt endet wirklich dauerhaft. «The Age» bezeichnet jede Interpretation als vorläufig «müssig», da die Haltbarkeit unklar sei und alle Seiten zu «Meinungsmache und patriotischem Getöse» neigen.
«The Times» lenkt den Blick auf politische Folgen, fragt, ob Trump akzeptieren wird, dass Iran nun Transitgebühren für die Meerenge erhebe – etwas, das vor dem Konflikt unvorstellbar war. Insgesamt herrscht in Kommentaren ein Ton vorsichtiger Erleichterung mit dem Hinweis auf die Brüchigkeit der Waffenruhe und die ungeklärten Kernfragen.