Die Gebäudekomplexe Ägerihalle, katholische Pfarrkirche und Schulanlage Acher in Unterägeri wirken trotz ihrer räumlichen Nähe kaum miteinander verbunden. Ein ambitioniertes Bauprojekt soll dies ändern. Interessant ist dabei, dass bereits Bauarbeiten stattfinden – allerdings aus einem anderen Grund.
An einem warmen Frühlingsmorgen scheint die Sonne auf den asphaltierten Boden im Zentrum von Unterägeri. Vorbeigehende Passanten blicken in Richtung Pfarrkirche und sehen rechts die modern gestaltete Ägerihalle mit ihren Glasfronten, während links die Schulanlage Acher zu dominieren scheint; aus der Ferne ist Kindergeschrei vom Sportplatz zu hören.
Die Anlagen wirken unzusammenhängend. Obwohl sie einzeln funktionieren könnten, mangelt es an einem durchdachten Gesamtkonzept – ein Zentrum im eigentlichen Sinne ist kaum erkennbar. Wohlfühloasen, Pflanzen, klar definierte Wege oder Sitzmöglichkeiten fehlen, die die Bereiche verbinden könnten. Gemäß einem aktuellen Baugesuch soll sich dies bald ändern.
Die Gemeindeversammlung hat Mitte Dezember der «Zentrumsaufwertung Acher / Ägerihalle» und eines 2,9 Millionen Franken Kredits zugestimmt. Das Projekt geht auf eine Motion aus dem Jahr 2022 zurück, die zur Neugestaltung des alten Turnplatzes anregte. Noch bis zum 28. April kann das Bauprojekt öffentlich eingesehen werden.
Obwohl bereits Bagger entlang der Alten Landstrasse arbeiten und Baumulden zu sehen sind, bestätigt Gemeindepräsident Fridolin Bossard (FDP), dass dies mit dem Zentrumsprojekt nichts zu tun hat. Die Korporation Unterägeri erweitert in dieser Phase ihr Fernwärmenetz.
Die Visualisierungen des Projekts zeigen eine aufgewertete Gestaltung: Eine Durchgangsstrasse wird zu einem Begegnungsraum. So öffnet sich die Ägerihalle mit einem Treppenabgang und Sitzflächen zur Strasse sowie zur gegenüberliegenden Schulanlage.
Von einem Durchgang zum Platz entwickelt sich ein zusammenhängender Raum, gesäumt von Hochstammbäumen. Zwischen den beiden Seiten entsteht so ein neuer Aufenthaltsbereich, der die «Lebenslinie» des Künstlers Albert Merz widerspiegelt und Schule, Friedhof, Kirche sowie Eventhalle als Lebensstationen verbindet.
Eine weitere Visualisierung verdeutlicht das Konzept eines zusammenhängenden Zentrums. Der obere Teil der alten Landstrasse wird zu einem Begegnungsraum umgestaltet. Die Planung zielt darauf ab, Orientierung, Zusammenhang und Aufenthaltsqualität zu schaffen.
Sobald keine Einsprachen eintreffen, soll im Sommer die Detailplanung beginnen, mit einer Umsetzung geplant für das Frühjahr 2027. Das Zentrum von Unterägeri wird somit sein Potenzial noch nicht voll ausschöpfen können, doch die Veränderungen versprechen eine räumliche Neugestaltung des Dorfes.
Verwendete Quellen: Aufliegendes Baugesuch zur Zentrumsaufwertung sowie weitere Dokumente und schriftlicher Austausch mit der Gemeindeverwaltung Unterägeri.