Die Testosteron-Ersatztherapie (TRT) wird zunehmend in sozialen Netzwerken diskutiert, wo Influencer mit Versprechen wie mehr Energie und Kraft werben, während Ärzte vor potenziellen Risiken warnen. Die Grenze zwischen medizinisch notwendiger Behandlung und dem Trend zur Selbstoptimierung wird dabei immer schwerer zu ziehen.
In der Fitness- und Bodybuilding-Szene war Testosteron schon seit Jahrzehnten ein Thema, verbunden mit Muskel- und Leistungssteigerung, die oft illegal angewendet wurde. Heutzutage findet unter dem Hashtag «TRT» eine öffentliche und freizügige Debatte über dessen medizinische Anwendung statt. Testosteron wird nicht mehr nur als Behandlung für Männer mit einem diagnostizierten Mangel gesehen, sondern auch im Kontext von Leistungsfähigkeit und Selbstoptimierung.
Durch digitale Plattformen verbreitet sich das Thema weiter. Influencer und Nutzer teilen ihre persönlichen Erfahrungen auf Social Media, wobei sie oft zusätzliche Energie, mehr Kraft oder einen schnelleren Muskelaufbau versprechen. Dadurch wird Testosteron zu einem Lifestyle-Produkt.
Startups bieten nun TRT als telemedizinische Dienstleistung an, bei der ein Bluttest per Post verschickt und die ärztliche Beratung online erfolgt. Die Injektionen können dann zu Hause durchgeführt werden. Diese Anbieter argumentieren mit einer vermeintlichen Unterversorgung und möchten den Zugang zur Therapie erleichtern.
Doch aus medizinischer Sicht gibt es wachsende Bedenken. Fachärzte beobachten, dass immer mehr Männer eine Therapie in Anspruch nehmen wollen, obwohl Symptome wie Müdigkeit oder Leistungsabfall nicht zwingend auf einen Testosteron-Mangel zurückzuführen sind. Die Ursachen können vielfältig sein. Sie warnen vor der vereinfachten Betrachtung von Testosteron als Allheilmittel und weisen darauf hin, dass die externe Hormonzufuhr die körpereigene Produktion beeinflussen kann, was bei Absetzen der Therapie zu physischen und psychischen Folgen führen kann; auch die Fruchtbarkeit könnte beeinträchtigt werden.
Der Film begleitet betroffene Männer, Ärzte und Anbieter und hinterfragt: Wo beginnt eine medizinisch sinnvolle Behandlung – und wo wird Testosteron zu einem Produkt im Markt der Selbstoptimierung?
📺Demnächst bei «NZZ Format»: Hier finden Sie die Themen unserer nächsten Filme. 🎬«NZZ Format» zum Streamen: Hier können Sie alle unsere Filme jederzeit abrufen.