Donald Trump hatte versucht, den Jeffrey-Epstein-Skandal möglichst aus der öffentlichen Wahrnehmung zu drängen. Doch nun sorgt seine Frau Melania dafür, dass die Affäre erneut im Fokus steht. Nachdem das Thema Epstein an medialem Interesse verloren hatte – nach der Veröffentlichung von Dokumenten durch das Justizministerium und dem Strafverfahren gegen Prinz Andrew in Großbritannien – übernahm nun Melania Trump die Initiative. In einer sechsminütigen Ansprache im Weißen Haus distanzierte sie sich von Epstein und drohte rechtliche Schritte bei falschen Behauptungen an: «Die Lügen, die mich mit dem verachtenswerten Jeffrey Epstein in Verbindung bringen, müssen heute ein Ende finden», erklärte sie. Diese öffentliche Ansprache kam überraschend, da Melania Trump selten das mediale Rampenlicht sucht. Zudem blieb unklar, warum sie sich gerade jetzt äußern musste. Die Spekulationen in den sozialen Netzwerken reichten von einer Meinungsverschiedenheit mit ihrem Mann bis hin zu Vorbeugungen gegen bevorstehende Enthüllungen. Der Podcaster Jon Favreau fragte ironisch: «Okay, wer wird nun die Melania/Epstein-Story veröffentlichen, der sie gerade zuvorkommen wollte?» Die Bekanntschaft zwischen Melania Trump und Epstein war bereits Gegenstand mehrerer rechtlicher Auseinandersetzungen. Im Oktober 2025 musste HarperCollins Passagen aus einem Buch zurückziehen, die behaupteten, Epstein habe das Paar vorgestellt. Ähnliche Behauptungen wurden in «the Daily Beast» und Michael Wolffs Buch «Fire and Fury» aufgestellt, gegen die Melania Trump rechtlich vorging. Im Weißen Haus erklärte sie, sie kenne Epstein nur oberflächlich und sei mit ihm wie Donald Trump gelegentlich zu denselben Veranstaltungen gegangen. Trotzdem gibt es Fotos von ihnen zusammen mit Epstein und Ghislaine Maxwell im Jahr 2000 in einem Trump-Club. Donald Trump hatte früher angegeben, Epstein später die Clubmitgliedschaft entzogen zu haben. Melania betonte ihre nur flüchtige Bekanntschaft mit Maxwell und verwies auf eine E-Mail aus den Akten, die als banale Korrespondenz galt. Die E-Mail von 2002 sprach über ein Treffen in New York und erwähnte «JE»; Maxwell nannte Melania «sweet pea», was Vertrautheit implizieren könnte. Epstein hatte vor Jahrzehnten ein Missbrauchsnetzwerk betrieben, das minderjährige Mädchen einschloss. Er starb 2019 im Gefängnis im Alter von 66 Jahren. In ihrer Rede forderte Melania Trump den Kongress auf, Opfern des Sexualstraftäters die Möglichkeit zu geben, ihre Geschichten unter Eid zu erzählen. Ihre Idee fand bei Demokraten Unterstützung und löste Forderungen nach Anhörungen aus, was im Widerspruch zur bisherigen Strategie von Donald Trump steht, der den Skandal minimieren wollte.