Autorin: Michelle Keller
In neueren Gebäuden in Luzern nimmt die Zahl großer, vier- oder mehrzimmeriger Wohnungen ab. Ein Immobilienfachmann führt dies auf gesellschaftliche Veränderungen zurück.
Aktuelle Bauten in Luzern weisen häufig nur zwei bis drei Zimmer auf. Eine Analyse der “Luzerner Zeitung”, basierend auf Wohndaten des Bundesamts für Statistik, zeigt einen Rückgang großer Neubauwohnungen um zehn Prozentpunkte seit 2013.
Während zwischen 2013 und 2017 noch 57 Prozent aller Neubauten vier Zimmer oder mehr aufwiesen, sank dieser Anteil bis 2023 auf 43 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil von Wohnungen mit einem bis drei Zimmern.
Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung in Root: Hier fiel der Anteil großer Neubauwohnungen von 69 auf 25 Prozent. Auch in Grosswangen, Wolhusen, Kriens und Sempach ist ein signifikanter Rückgang zu beobachten.
Christian Kraft, Professor für Immobilienwirtschaft an der Hochschule Luzern, führt diesen Trend auf veränderte Nachfragebedingungen zurück. In Städten leben immer mehr Menschen in Ein- oder Zwei-Personenhaushalten (zentralplus berichtete).
Ein weiterer Faktor ist die demografische Entwicklung: Die Gesellschaft altert und ältere Personen ziehen nach dem Auszug der Kinder oder Verlust des Partners oft von großen Häusern zu kleineren Wohnungen um. Zudem führen Trennungen, Scheidungen und Patchwork-Familien dazu, dass sich ehemals gemeinsame Haushalte in kleinere Wohnungen aufspalten.
Wirtschaftliche Überlegungen spielen ebenfalls eine Rolle: Weniger Fläche bedeutet oft günstigere Mieten sowie niedrigere Gesamtkosten für Eigentümerinnen.
Verwendete Quellen
Wohndaten des Bundesamts für Statistik
Artikel der “Luzerner Zeitung”
Medienarchiv zentralplus