Autor: Nathan Affentranger
Jährlich bricht Mike Pumm, ein passionierter Taucher aus Zug, auf eine gefahrvolle Expedition ins Südpolarmeer auf. Dieses Eiswasserbecken ist keineswegs für zartbesaitete Schnorchler geeignet – es erfordert spezielle Ausrüstung und Expertise. Pumm, 38 Jahre alt, begleitet seit fast einem Jahrzehnt Touristen bei Tauchgängen in der Antarktis als erfahrener Guide.
Nach zehn Tagen seiner jüngsten Expedition zurück im Zugerland äußert sich Pumm gegenüber zentralplus über die Herausforderungen und den Reiz des Tauchens unter Eisbergen. Für ihn ist die Antarktis eine Welt, in der Natur vorherrscht – frei von Politik oder Krieg.
Seine Leidenschaft für das Wasser begann früh: Schon als Kind wollte er immer ins Wasser springen. 2010 wurde er Tauchlehrer und kombiniert seitdem seine Expeditionen mit seiner Tätigkeit als Finanzberater und dem Besitz eines lokalen Tauchtreffs.
Durch eine Reise im Jahr 2016 zur Antarktis fand Pumm seinen Weg zum Tauchguide. Vorher verbrachte er drei Jahre in der Karibik, wo er ein Dive-Resort leitete. Nach der Pandemie stieg er intern zum Dive Team Leader auf.
Die Herausforderungen dieser Expeditionen liegen vor allem im Wetter und den Übermutigen unter den Gästen, die oft überfordert sind. Im Notfall muss das Schiff mit allen Passagieren umkehren. Die Preise für eine solche Reise belaufen sich zwischen 7000 und 15’000 Franken.
Taucher können Seeleoparden begegnen, die zwar beeindruckend, aber ungefährlich sind. Pumm schwimmt mit gesundem Respekt neben diesen Tieren und Buckelwalen und erinnert sich an besondere Erlebnisse wie das Schwimmen mit 300 Pinguinen.
Ein weiteres Highlight seiner letzten Reise war die Führung auf die Elephant Island zum Point Wild, bekannt durch Ernest Shackletons dramatische Überlebensgeschichte. Im Vergleich zu damals verfügt Pumm über ein luxuriöses Expeditionsschiff und wärmt sich gut vor seinen Tauchgängen in der kühlen Antarktis.
Nach den Abenteuern kann die Rückkehr nach Hause schwerfallen, doch Pumm betont das Privileg dieser Reisen. Seine Familie unterstützt ihn dabei, auch wenn es bedeutet, für bis zu sechs Wochen abwesend zu sein. Bald wird er wieder in Richtung Ushuaia aufbrechen und vorher Wracktauchen in der Ostsee planen.
Verwendete Quellen:
Telefonat mit Mike Pumm, Dive Team Leader und Finanzberater