Nach gescheiterten Verhandlungen hat Donald Trump den Druck auf Teheran erhöht und eine vollständige Seeblockade angekündigt. Diese Eskalation folgt einem Luftangriff und zielt darauf ab, die Zufahrt zum Roten Meer zu schließen, falls nötig. Die Islamische Republik nutzte bisher die Strasse von Hormuz als Druckmittel, was Washington dazu veranlasste, temporäre Sanktionserleichterungen für iranisches Erdöl zu gewähren und nur Schiffe befreundeter Staaten durchzulassen.
Nach dem Scheitern der Gespräche in Islamabad hat Trump die Blockade aller iranischen Häfen angekündigt. Das Ziel: Gleichberechtigter Zugang zur Meerenge für alle Nationen. Die US-Militärführung, Centcom, erläuterte, dass die Blockade auch Schiffe betrifft, die ohne Hafenanlauf durch die Meerenge fahren.
Zusätzlich kündigte Trump Minenräumungsaktionen in der Strasse von Hormuz an und warnte vor dem Einsatz iranischer Schnellboote. Iran wiederum setzt auf Kontrolle über die Region als Abschreckungsmittel gegen Angriffe, was zu Drohungen führt, auch den Export arabischer Erdölstaaten zu stören.
Saudi-Arabien kann einen Teil seines Öls alternativ exportieren, während Iran droht, Bab al-Mandab zu blockieren. David Sanger betonte, dass die Blockade zeigen werde, welcher Seite der wirtschaftliche Druck schwerer falle. Miad Maleki schätzt Irans täglichen Verlust auf 435 Millionen Dollar.
Es bleibt offen, ob Trump und die Weltwirtschaft den Konsequenzen länger standhalten können als Iran. Der chinesische Erdölbedarf könnte durch strategische Reserven gemildert werden, aber Peking bereitet laut Geheimdienstquellen Waffenlieferungen an Teheran vor.
Die USA verlangen von Iran unter anderem die Einstellung der Urananreicherung und Unterstützung für Milizen. Auch Richard Haass sieht in der Blockade einen notwendigen Schritt im Verhandlungsprozess, den er als “diplomatischen Tanz” bezeichnet.