Nicolas Féraud, der Gemeindepräsident, wurde im Zusammenhang mit dem Brandunglück, bei dem 41 Menschen starben, befragt. Er gab an, von den bestehenden Sicherheitsmängeln nichts gewusst zu haben.
Heute versammelten sich erneut viele Journalisten vor der Ingenieurschule in Sitten VS, wo die Ermittlungen zur Brandkatastrophe von Crans-Montana stattfanden. Nicolas Féraud erschien um 8:30 Uhr begleitet von seinem Anwalt und steht unter Verdacht der fahrlässigen Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung.
In einem Interview mit “Rai News” betonte Féraud: “Ich wusste nicht von Problemen bei den Sicherheitskontrollen der Lokale aufgrund von Personalmangel. Niemand hat mich vor dem Unglück darüber informiert.” Er fügte hinzu, dass er und seine Behörde stets vom reibungslosen Funktionieren des Sicherheitsdienstes ausgegangen seien.
Diese Aussage steht im Widerspruch zu früheren Berichten aus seiner Verwaltung, wonach fehlende personelle und finanzielle Ressourcen die Einhaltung von Fristen verhindert hätten. Die Befragung dauerte etwa zwölf Stunden, wobei rund 70 Anwälte der Nebenkläger anwesend waren. Jacques und Jessica Moretti, Inhaber des Nachtclubs “Le Constellation”, nahmen nicht teil.
Férauds Handy wurde beschlagnahmt. Er äusserte sich zum Schluss erneut empathisch: “Ich denke täglich an die Familien der Opfer.” Zudem berichtete er von Drohungen gegen seine eigene Familie. Insgesamt verloren 41 Menschen bei dem Brand in der Silvesternacht ihr Leben, und 115 weitere wurden teils schwer verletzt. Viele Betroffene sind weiterhin in medizinischer Behandlung.