Pascal Grieder, seit November 2025 CEO der Schweizerischen Post und zuvor bei Salt tätig, steht vor zahlreichen Herausforderungen. Zu Beginn seiner Amtszeit wurde er von dem tragischen Postauto-Unfall in Kerzers mit sechs Todesopfern überrascht. In Bezug auf dieses Unglück betont Grieder die verstärkten Sicherheitsschulungen, insbesondere bezüglich Brandverhütung im Fahrzeug, und kündigt weitere Anpassungen anhand der offiziellen Untersuchungsergebnisse an.
Zudem beeinträchtigen die Auswirkungen des Iran-Kriegs die Logistikkosten. Grieder erklärt, dass die Brief- und Paketzustellung durch Elektrifizierung weitgehend unberührt bleibt, während die Kosten für schwere Lastwagen, die Güter transportieren, starken Schwankungen unterliegen.
Die Post sieht sich wirtschaftlichem Druck ausgesetzt. Obwohl Schweizer Briefpreise im europäischen Vergleich sehr attraktiv sind, führen sinkende Briefmengen zu Profitabilitätsproblemen. Grieder prognostiziert daher Anpassungen bei den Preisen für Briefmarken und Pakete. Details dazu sollen in Zusammenarbeit mit dem Preisüberwacher festgelegt werden.
In einem früheren Interview äußerte sich Grieder kritisch über die Eigenheiten von CEOs, was er selbst bestätigt. Er beschreibt, dass hohe Positionen mehr individuelle Freiheit im Verhalten ermöglichen und somit auch unkonventionelles Auftreten zulassen.
Bezüglich seiner eigenen Merkwürdigkeit verrät Grieder: Vielleicht überrasche er durch seine manchmal politisch inkorrekte Ausdrucksweise. Das Interview führte David Karasek für das Tagesgespräch am 14. April 2026.