In Berlin fand kürzlich eine Friedenskonferenz statt, um dem seit drei Jahren andauernden Konflikt im Sudan ein Ende zu setzen. Die internationale Gemeinschaft versuchte dabei, einen neuen Ansatz zu verfolgen: Die beiden Kriegsparteien waren nicht eingeladen.
Die Konferenz wurde genau zum dritten Jahrestag des Ausbruchs der Gewalt am 15. April 2023 einberufen, welche durch den Machtkampf zweier Generäle entstanden war. Trotz vieler diplomatischer Bemühungen in Städten wie Jidda, Genf und Kairo scheiterten alle Friedensinitiativen bisher.
Die Veranstaltung wurde von Deutschland gemeinsam mit Frankreich, Großbritannien, den USA, der EU und der Afrikanischen Union organisiert. Vertreter aus aller Welt nahmen teil, während die beiden Hauptkonfliktparteien – die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) und die regulären Sudanese Armed Forces (SAF) – bewusst nicht eingeladen wurden.
Seit dem Sturz des langjährigen Diktators 2019 hatten SAF und RSF eine fragile Machtteilung aufrechterhalten, bis Spannungen zu offenen Feindseligkeiten im April 2023 führten. Der Krieg hat über 14 Millionen Menschen zur Flucht gezwungen, Hunderttausende sind mangelernährt, und das Gesundheitssystem liegt in Trümmern.
Die Berliner Konferenz setzte auf die Einbindung der sudanesischen Zivilgesellschaft. Etwa 1,5 Milliarden Euro an Hilfsgeldern wurden zugesagt, um den Fokus weg von militärischen Akteuren hin zu politischen und zivilen Kräften zu verlagern.
Ahmed Kodouda von der “Initiative zur Zusammenführung sudanesischer Zivilgesellschaft” (SCCT) unterstützt diesen Ansatz. Er hofft, dass die Kriegsparteien durch ihre Ausladung zum Umdenken bewegt werden. Aisha Hamad betont ebenfalls, dass dies den Druck auf die Konfliktparteien erhöht.
Die SAF und RSF kritisierten das Vorgehen scharf; sie sehen die Konferenz als nicht bindend an. Einige Experten warnen jedoch vor Instabilität bei Friedensabkommen, wenn wichtige Akteure ausgeschlossen werden, wie zuletzt bei den Taliban in Afghanistan.
Hager Ali vom German Institute for Global and Area Studies (GIGA) sieht das Vorgehen als wegweisend an. Sie hofft, dass sich das Muster ändert und die Kriegsparteien nicht mehr immer im Mittelpunkt stehen. Gerrit Kurtz von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) betont, dass eine Teilnahme der Konfliktparteien zu einer Blockade geführt hätte.
Die Botschaft an RSF und SAF ist klar: Sie sollen erkennen, dass die Zukunft nicht ihnen gehört. Ob sie diese Botschaft aufnehmen, bleibt abzuwarten.