Ein leichtes Gegenlicht und das Hochformat eines Handyvideos vermitteln den Eindruck von Nervosität: Patrick Fischer, der am Montagabend via Instagram an die Öffentlichkeit trat. Die Form seiner Stellungnahme wirkt improvisiert und kommt einer SRF-Recherche zuvor, in der er zugibt, 2022 mit einem gefälschten Covid-Zertifikat nach China gereist zu sein. Doch bereits zwei Tage später endet seine Karriere als Trainer. Claudia Jenni, Expertin für Krisenkommunikation aus Zürich, attestiert dem Video einen authentischen Charakter, da es im privaten Umfeld aufgenommen wurde. Sie betont die Wichtigkeit des sogenannten «driver’s seat» in solchen Situationen: Idealerweise hätte Fischer sein Fehlverhalten nach der Verurteilung vor einigen Jahren freiwillig eingestanden. Als das Video erscheint, veröffentlicht der Eishockeyverband zeitgleich eine Stellungnahme. Präsident Urs Kessler äußert sich lobend über Fischers Schritt an die Öffentlichkeit und erklärt den Fall für abgeschlossen. Während Fischer um Vergebung bittet, zeigt sich der Verband unterstützend – doch er unterschätzt die Dynamik des Falles. Claudia Jenni kritisiert diese Einschätzung als Fehleinschätzung. Die Deutungshoheit entgleitet dem Verband rasch, als Swiss Olympic eine andere Stellungnahme abgibt und sich «überrascht und irritiert» zeigt. Jenni bemängelt das fehlende Abstimmungsbedürfnis zwischen Eishockeyverband und Dachorganisation. Aus PR-Sicht hätte man besser mit den Stakeholdern, wie Sponsoren oder Swiss Olympic, kooperieren sollen. Eine solche Absprache hätte die erste Verbandsreaktion möglicherweise verändert. Obwohl es nur ein Puzzlestein in einem unkontrollierbaren medialen Gesamtbild ist, sei dies eine wesentliche Lektion gewesen.