Bruno Cathomas, bekannt aus der Krimireihe Tatort, sprach im SRF-Club offen über seine langjährige Offenheit bezüglich seiner Bisexualität und die Herausforderungen einer offenen Beziehung. Der in Wien lebende Schweizer Schauspieler erläuterte, wie sein katholisches Erbe aus dem Bündner Oberland mit seinem heutigen Lebensentwurf kollidiert.
Bruno Cathomas, der mehrfach im Tatort auftrat, beschreibt seine Erfahrungen in einer Generation, die begann, gleichzeitige Partnerschaften ohne moralische Bedenken zu akzeptieren. Seine Erziehung sei jedoch sehr konservativ gewesen, mit dem Idealbild eines Mannes und einer Frau als Paar.
Erst während seiner Zeit an der Schauspielschule erkannte Cathomas seine Zuneigung zu Männern. Trotz einer damaligen Beziehung suchte er nach einem Partner oder einer Partnerin, die seine Bisexualität akzeptierte, um sich nicht selbst zu verleugnen.
Die Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität bedeutete für ihn auch eine Rebellion gegen die konservativen Normen seiner Heimat. Er überwand den Schambegriff und wollte zeigen: «***** euch alle» – er steht auf Männer, ein Tabu zu jener Zeit.
In Bezug auf seine 30 Jahre währende Partnerschaft beschrieb Cathomas, dass eine offene Beziehung viel Arbeit bedeutet. Eine Situation aus dem Jahr 1997 illustrierte dies: Nach einem nächtlichen Date mit einem Mann und einem weiteren am nächsten Tag mit einer Frau fand sein Partner ein Kondom im Müll, was zu einer Notwendigkeit der Offenheit in der Beziehung führte.
Trotz der Herausforderungen betonte Cathomas die Wichtigkeit der persönlichen Unabhängigkeit innerhalb einer Partnerschaft. Er sieht es als notwendig an, dass man selbstständig ist und sich nicht auf die ständige Verfügbarkeit des Partners verlässt.
Das Gespräch führte Peter Düggeli im Club am 14. April 2026 um 22:25 Uhr.