Kritiker hatten Aliko Dangote einst als Träumer abgetan. Doch heute ist seine Ölraffinerie nahe Lagos an Aufträgen kaum noch zu überbieten – getrieben durch eine Vision für Afrikas Zukunft. Früher waren viele skeptisch, dass ein solch monumentales Projekt in einem von Korruption und Chaos geprägten Nigeria gedeihen könnte. Doch die Raffinerie, deren Bau vor mehr als zehn Jahren begonnen wurde, steht seit 2023 fertig da und ist mit einer täglichen Verarbeitungskapazität von 650.000 Fässern Rohöl eine der größten der Welt.
Aliko Dangote, Afrikas reichster Mann mit einem Vermögen von 28,5 Milliarden Dollar, hat sich bereits als erfolgreicher Zementproduzent einen Namen gemacht. Sein Raffinerieprojekt galt anfangs als überambitioniert, doch nun mehren sich die Erfolge. Die Anlage macht Nigeria zum Nettoexporteur von Benzin – eine Premiere für das bevölkerungsreichste Land Afrikas und den größten Erdölexporteur des Kontinents.
Dangotes Raffinerie beliefert nicht nur Europa mit Kerosin, sondern auch mehrere westafrikanische Länder mit Benzinkraftstoff. Die Iran-Krise Ende Februar verstärkte die Nachfrage nach Dangotes Produkten erheblich, da viele afrikanischen Nationen alternative Ölquellen benötigten. Die Blockade der Straße von Hormuz hatte schwerwiegende Auswirkungen: Länder wie Kenia und Somalia mussten mit Benzin-Engpässen kämpfen.
In Reaktion auf diese Krise verspricht Dangote Erleichterung für die betroffenen Nationen. Im März verdoppelten sich Nigerias Petrolexporte, und Dangote kündigte einen weiteren Raffineriebau in Tansania an. Diese soll in der Stadt Tanga errichtet werden und mit einer Pipeline von ugandischen Ölfeldern verbunden sein.
Dangotes Vision geht weit über diese Projekte hinaus: Er plant, die Kapazität seiner bestehenden Anlage zu verdoppeln und bis 2030 die weltgrößte Harnstoffdüngerproduktion aufzubauen. Diese Ambitionen werden durch einen geplanten Börsengang Mitte 2026 finanziert.
Mit Investitionen in Häfen, Pipelines und Bergbau plant Dangotes Unternehmensgruppe mindestens 40 Milliarden Dollar zu investieren. Der visionäre Geschäftsmann sieht sich zunehmend als afrikanischer Pionier der Industrialisierung, inspiriert von den Investitionsstrategien der asiatischen Tigerstaaten. Seine Erfolge zeigen: Selbst in einem oft skeptisch betrachteten Umfeld ist Großes möglich.