Der Fall des Sportjournalisten Christophe Gleizes, der in Algerien festgehalten wird, hat breite Aufmerksamkeit erregt. Trotz Bemühungen von Staatspräsident Macron bleiben die Möglichkeiten begrenzt. Nun richtet sich die Hoffnung auf Papst Leo XIV.
Der französische Zweitligist RC Lens organisiert am Samstag ein Benefizspiel gegen den Drittligisten FC Rouen, bei dem Tickets für zehn Euro angeboten werden. Ursprünglich sollte an diesem Tag das Spiel gegen Paris Saint-Germain stattfinden, welches jedoch wegen europäischer Wettbewerbseinsätze verschoben wurde. Der RC Lens nutzte die Gelegenheit sofort und veranstaltet nun das Event unter dem Motto #FreeGleizes.
Christophe Gleizes, der für das Magazin «So Foot» arbeitet, war im Mai 2024 nach Algerien gereist, um über den Fußballverein Jeunesse Sportive de Kabylie (JSK) und die Todesumstände des Spielers Albert Ebossé zu berichten. Da er als Freelancer agierte und kein Journalistenvisum beantragt hatte, wurde er bei einem Training festgenommen und später wegen “Verherrlichung des Terrorismus” zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt.
Gleizes konnte wichtige Lebensereignisse nicht mehr miterleben und ist seit zwei Jahren von seiner Freundin getrennt. Der Fall zeigt die prekäre Lage der Pressefreiheit, insbesondere in Algerien, das mit Frankreich diplomatische Spannungen hat. Gleizes wird als politische Geisel gesehen, ähnlich wie der franzko-algerische Schriftsteller Boualem Sansal, der nach einem Jahr Haft freigelassen wurde.
Trotz verschiedener Solidaritätsaktionen und Bitten um Gnade blieb die algerische Regierung unbeeindruckt. Der Weltfussballverband Fifa schickte einen Beobachter zum Prozess, aber ein offizielles Statement gab es nicht.
Frankreichs Präsident Macron sprach von einem “exzessiven und ungerechten” Urteil und äußerte seine Besorgnis. Der katholische Kardinal Jean-Paul Vesco besuchte Gleizes im Gefängnis und bestätigte dessen Widerstandsfähigkeit.
In den kommenden Tagen wird Papst Leo XIV. Algerien besuchen, wobei Spekulationen über ein Eintreten für Gleizes aufkommen, besonders nachdem der Papst zuvor mit Macron zusammentreffen wird.