Nach mehr als zwei Jahrhunderten im Uhrmachergeschäft zieht sich die Familie Beyer zurück. Ihr legendäres Uhrenatelier an der Bahnhofstrasse in Zürich wird bis Ende dieses Jahres geschlossen, da es von Patek Philippe übernommen wird. Die Mitteilung darüber wurde bereits veröffentlicht.
Muriel Zahn-Beyer, die letzte Geschäftsführerin des Unternehmens, erklärte gegenüber der “NZZ”, dass das Fehlen einer Nachfolgelösung den Verkauf unumgänglich gemacht hat. Sowohl sie als auch ihr Bruder René Beyer, welcher im Jahr 2025 verstarb, haben keine Kinder. Bereits seit zwei Jahrzehnten erwogen die Geschwister daher eine mögliche Firmenübergabe.
Hans-Jürg Domenig, Präsident des Schweizer Dachverbands für Unternehmensnachfolge, merkt an: “Eine externe Übernahme ist häufig die beste Lösung für Familienunternehmen, da ein externer Nachfolger oft besser in der Lage ist, eine Firma weiterzuführen.”
Charlotte Jacquemart, Wirtschaftsexpertin von SRF, sieht den Verkauf an Patek Philippe als passende Entscheidung: “Beide Unternehmen sind Schweizer Familienunternehmen und vertreiben Luxusuhren. Der Standort Beyer in Zürich ergänzt die exklusive Präsenz von Patek Philippe, die bereits in Genf, Paris und London besteht.”
Patek Philippe wird ab 2026 das Geschäft unter eigenem Namen führen und dabei 25 der bisherigen Mitarbeiter übernehmen. Die übrigen rund 35 Angestellten werden allerdings ihre Positionen verlieren.
Fanny Eisl, Geschäftsführerin der Vereinigung Zürcher Bahnhofstrasse, sieht im Verlust von Beyer den Abschied eines traditionsreichen Hauses: “Es ist immer bedauerlich, ein Traditionshaus zu verlieren. Beyer zählt seit 1877 zur Bahnhofstrasse und hat als Gründungsmitglied der Vereinigung einen wichtigen Platz darin eingenommen.”
Das Uhrenmuseum im Untergeschoss bleibt unabhängig von dem Verkauf bestehen. Die Sammlung, die von Muriel Zahn-Beyers Vater begründet wurde, wird an einem zentralen Ort in Zürich neu platziert.
Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 01.04.2026, 17:30 Uhr