Die verschneite Landschaft von Crans-Montana verbirgt die Narben einer schrecklichen Katastrophe. Vor drei Monaten ereignete sich eine verheerende Brandkatastrophe in der Bar «Le Constellation», bei der 41 Menschen ums Leben kamen und über 100 weitere verletzt wurden. Diese Tragödie hat den Wintersportort nachhaltig geprägt.
Heute wirkt das Dorf oberflächlich unauffällig, aber die abgebrannte Bar erzählt eine andere Geschichte. Die Fenster sind mit Sperrholz verkleidet und bleiben ein stummer Zeuge des Unglücks.
Patrick Saegesser, Inhaber eines Uhrengeschäfts gegenüber der Bar, spricht über die schwierigen Wochen nach dem Brand. “Bis zum 31. Dezember war meine Saison erfolgreich. Doch am Neujahrstag brach eine Stille ein”, sagt er. Seitdem meiden viele Gäste seine Geschäftsräume und konzentrieren ihre Aufmerksamkeit auf das gegenüberliegende Unglücksort.
Saegesser äußert auch Kritik an den Gemeindebehörden, denen er Vetternwirtschaft vorwirft. Ein Bericht über die Geschäftsführung der Gemeinde von 2023 legt nahe, dass Mängel im Brandschutz bekannt waren und wichtige Abteilungen unterbesetzt seien. Die Gemeinde hat auf Anfragen keine Stellungnahme abgegeben.
Im Luxushotel Six Senses weiter oben im Ort scheinen die Sorgen der Aussenwelt abgeschirmt. Leiter Jean-Yves Blatt beschreibt die Herausforderung, während dieser Zeit Urlaubsstimmung zu bewahren: “Wir mussten den traurigen Ton im Dorf etwas übertönen.” Annulationen gab es zwar, doch aktuell ist der Iran-Konflikt das größere wirtschaftliche Problem.
Milan Kalajdzic und seine Familie betreiben vier Restaurants in Crans-Montana. Sie erleiden einen Umsatzrückgang von etwa zehn Prozent. Die Brandkatastrophe hat auch Angst verbreitet; alle Betriebe haben nun den Brandschutz verstärkt überprüft.
Tourismusdirektor Bruno Huggler gibt einen Überblick über die Folgen der Katastrophe: Hotels verzeichneten im Januar und Februar Rückgänge von 12 bis 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Neben den ökonomischen Verlusten schwebt auch die Sorge, künftig als Veranstaltungsort gemieden zu werden.
Ob die Brandkatastrophe das touristische Image langfristig beeinträchtigen wird, bleibt abzuwarten und hängt von den Ergebnissen laufender Ermittlungen ab.