Die jüngsten Preissteigerungen auf dem Ölmarkt, verursacht durch den Konflikt im Iran, beeinflussen auch die Schweiz. Marionna Schlatter von den Grünen betont: «Wir wissen nicht was heute passiert oder was morgen passiert und diese Situation verunsichert natürlich auch die Märkte». Sie plädiert für verstärktes Energiesparen, um das Potenzial zu nutzen. FDP-Ständerat Thierry Burkart hält die Lage in der Schweiz jedoch noch für beherrschbar, weist aber auf Sorgen bezüglich der Weltwirtschaft hin. Die Schweiz beziehe wenig Öl aus der betroffenen Region, fühle sich dennoch dem Preiseffekt ausgesetzt: «Den Preiseffekt spüren natürlich auch wir». Dennoch seien momentan keine direkten Maßnahmen erforderlich.
GLP-Nationalrat Jürg Grossen sieht in der aktuellen Lage eine Gelegenheit, die Elektrifizierung weiter voranzutreiben: «Ich glaube es gibt heute im gesamten Fahrzeugpark der Schweiz in fast jedem Segment eine gute elektrische Alternative». Er spricht sich dafür aus, den Wandel zu beschleunigen. Thierry Burkart weist jedoch auf neue Abhängigkeiten hin, die mit der Elektrifizierung einhergehen, was SVP-Nationalrat Michael Graber bestätigt: «Jeder größere Krieg hat einen Einfluss auf die Energiepolitik». Deshalb sei Diversifizierung und technologische Offenheit wichtig.
Die Zukunft der Energieversorgung ist umstritten. In der „Arena“ wird diskutiert, ob das Neubauverbot für Atomkraftwerke aufgehoben werden soll. Der Bundesrat möchte dem indirekten Gegenvorschlag zur sogenannten „Blackout“-Initiative folgen, obwohl sich das Stimmvolk 2017 gegen neue AKW ausgesprochen hatte. Thierry Burkart erklärt: «Wir möchten offenlassen, dass auch Kernenergie theoretisch möglich ist». Jürg Grossen lehnt diesen Schritt ab und sieht darin einen Rückschlag für die erneuerbaren Energien, was Marionna Schlatter teilt: «Ich bin der Ansicht, dass der Weg mit den Erneuerbaren funktioniert», warnt sie vor Risiken neuer Atomkraftwerke. Michael Graber hebt hervor, welchen Verlust die Schweiz ohne Kernenergie erleiden würde: «Es geht einfach nicht, dass wir als innovatives Land ein Technologieverbot im Gesetz haben».