Rapperswil-Jona, 27.03.2026 – 11:32
Der Schweizer Mietmarkt ist angespannt; Leerstände sind selten und Mieten steigen kontinuierlich. Dies führt dazu, dass Mieter, die ihre Wohnungen verlieren, kaum günstige Alternativen finden. Infolgedessen landen sie häufig in Asylunterkünften. Eine Untersuchung von SRF «10 vor 10» ergab, dass rund ein Drittel der befragten Gemeinden Obdachlose auch in solchen Einrichtungen unterbringen. Häufige Gründe sind unbezahlte Mieten oder Verhaltensprobleme.
In Dietikon ZH lebten seit 2015 insgesamt 26 Obdachlose in Asylunterkünften, während ihre Zahl in Wädenswil ZH innerhalb von zwei Jahren auf rund 45 Personen anstieg. Rapperswil-Jona nutzt ein ehemaliges Klosterinternat für ukrainische Flüchtlinge und gekündigte Mieter, darunter eine IV-Bezügerin ohne eigene Küche oder Bad.
Robin Bannwart von der Stadt betont die Priorität der Notsituation: «Wir unterscheiden nicht zwischen Schweizern und anderen Nationalitäten.» In AmriswilTG wurde ein Bahnhofshotel angemietet, in dem nun mehrheitlich Personen leben, die ihre Wohnungen verloren haben.
Tamara Sulzberger von den sozialen Diensten berichtet über Probleme mit Randständigen, die zusammen mit zwei Ukrainern untergebracht wurden. Die Gemeinde plant, das Gebäude zukünftig nur noch für Einheimische zu nutzen.
Nach dem Abriss einer Siedlung in Rapperswil-Jona verloren rund 130 Personen der unteren Mittelschicht ihr preisgünstiges Zuhause und wurden im Asylheim untergebracht. In Schwyz leben ehemalige Mieter neben Geflüchteten, wobei Duschen momentan im Aussencontainer sind.
Bannwart verweist auf die Verpflichtung der Gemeinden gemäß Artikel 12 der Bundesverfassung zur Bereitstellung von Obdach. Allerdings fehlt es landesweit an preisgünstigem Wohnraum, und Notunterkünfte sind meist für Familien reserviert. Glücklicherweise fand die Schweizerin aus Rapperswil-Jona nach einem Monat eine bezahlbare Wohnung.