Die politische Landschaft von Zürich reagiert empört auf die Missstände am Universitätsspital. Einst standen Kantonalpolitiker hinter dem Klinikleiter im Mittelpunkt des Skandals um die Herzchirurgie, doch nach einer externen Untersuchung sieht sich dieser drastischem Fehlverhalten gegenübergestellt. Francesco Maisano wird vorgeworfen, ein Umfeld geschaffen zu haben, in dem Innovation über Patientensicherheit gestellt wurde und er seine finanziellen Interessen nicht transparent gemacht hat.
Nach der Parlamentssitzung zeigten sich die Parteien von AL bis FDP tief betroffen. Die Alternative Liste fordert eine direkte Vertretung der Gesundheitsdirektion im Spitalrat, während die Grünen ein Verbot von Nebenverdiensten und einen Lohndeckel für Ärztinnen und Ärzte sowie klare Trennlinien zwischen Lehre und Forschung vorschlagen. Jeanette Büsser (Grüne) betonte: “Es zeugt von eklatanter Selbstüberschätzung zu glauben, dass man als guter Forscher auch ein guter Dozent, Chirurg und Klinikleiter sein kann.”
Ein entscheidender Punkt war das Votum der FDP. Claudio Zihlmann brachte eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) ins Spiel, da viele Fragen zu den finanziellen Verwicklungen unbeantwortet blieben und erklärte: “Das hätte nie passieren dürfen und darf sich nicht wiederholen. Wenn es dafür eine PUK braucht, dann muss sie eingesetzt werden.”
SP und SVP lehnen jedoch eine PUK ab, da bereits umfassende Untersuchungen durchgeführt wurden und nun die Staatsanwaltschaft zuständig sei. Die Parteien bedankten sich ausdrücklich bei den Investigativ-Journalisten für ihre Hartnäckigkeit – dieselben, die von der parlamentarischen Aufsichtskommission 2021 kritisiert wurden.
Die Kommission selbst nahm die Ergebnisse der externen Untersuchung mit “grosser Betroffenheit” zur Kenntnis und erwartet eine sorgfältige Prüfung durch die Staatsanwaltschaft, insbesondere bezüglich der finanziellen Verstrickungen.