Rechenzentren sind ein wachsender Stromfresser in der Schweiz, was Debatten über ihre Beteiligung am Ausbau der Infrastruktur entfacht hat. Dies berichtet die ‘NZZ am Sonntag’. Eine Studie von 2019 der Hochschule Luzern prognostiziert, dass Rechenzentren bis 2030 etwa zehn Prozent des Schweizer Stroms verbrauchen werden. Der steigende Bedarf an Rechenleistung durch künstliche Intelligenz sowie den Einsatz von Elektroautos und Wärmepumpen erfordert Investitionen in die Strominfrastruktur, so der Studien-Co-Autor Adrian Altenburger.
Die Diskussion dreht sich um eine Netzabgabe von 2,3 Rappen pro Kilowattstunde, die Firmen mit hohem Stromverbrauch teilweise oder ganz erstatten lassen können. Diese Finanzierung soll den Ausbau neuer Energiequellen wie Wasser- und Solaranlagen fördern. Thurgauer SVP-Ständerat Jakob Stark sowie Luzerner FDP-Ständerat Damian Müller kritisieren, dass Rechenzentren diese Abgabe nicht vollständig tragen müssen. Sie befürworten das Verursacherprinzip: Warum sollten kleinere Haushalte die volle Last tragen, während große Energieverbraucher wie Rechenzentren entlastet werden?
Franz Grüter, Luzerner FDP-Nationalrat und früherer Präsident von Green.ch, unterstreicht den wirtschaftlichen Nutzen der Rechenzentren. Ohne diese wäre es kaum möglich, moderne Dienstleistungen wie Streaming oder bargeldlose Zahlungen anzubieten. Daten blieben zudem im Land, was aus Sicherheitsgründen wichtig ist.
Die Branche selbst verteidigt sich: Die Swiss Data Center Association (SDCA) argumentiert, dass der Rabatt an strenge Auflagen gekoppelt sei. Firmen müssen sich mit dem Bund auf Stromsparen einigen und haben oft Notstromanlagen, die bei Engpässen unterstützend wirken können.
Verwendete Quellen:
Artikel ‘NZZ am Sonntag’, Medienmitteilung des Bundes zur HSLU-Studie, Informationen zum Netzzuschlag.