Der iranische Independent-Film «Divine Comedy», unter der Regie von Ali Asgari, verarbeitet die Absurditäten der Zensur in Iran mit tragikomischem Unterton. Auf einer rosafarbenen Vespa durchstreifen Bahram, der Filmemacher, und seine Produzentin sowie Lebensgefährtin Sadaf Teheran, auf der Suche nach einem Ort für die Vorführung seines neuesten Films.
Bahrams Werke, gedreht in seiner Muttersprache Aserbaidschanisch, geraten regelmäßig unter Zensur im iranischen Persisch-dominierten System. Asgari verschmilzt in seinem Film Fiktion mit Realität: Bahram wird von Bahram Ark dargestellt, während Sadaf Asgari die Rolle der Produzentin Sadaf übernimmt. Beide Schauspieler haben bereits Zensur erfahren; Sadaf war sogar vom Filmdreh im Iran ausgeschlossen nach ihrer Teilnahme beim Filmfestival in Cannes.
Die grotesken Kontrollmechanismen des iranischen Systems werden durch den langsamen Rhythmus und die sarkastischen Dialoge im Film hervorgehoben. Ali Asgari betonte gegenüber dem italienischen Fred Film Radio, dass er sich nicht selbst zensieren wolle; «Divine Comedy» feierte seine Weltpremiere in Venedig.
Asgari sieht im Genre der Komödie politisches Potenzial: Lachen wird zu einem Akt des Protests. Die Hauptfiguren erleben eine danteske Reise, während sie nach Erlösung streben und Hoffnung im Kino suchen. Der Film spiegelt die Absurdität wider, dass in Teheran nur oberflächliche Blödelkomödien gezeigt werden.
«Divine Comedy» startet diese Woche in den Deutschschweizer Kinos und gewann jüngst den «Grand Prix 2026» beim Internationalen Filmfestival Freiburg. Asgari ist zudem Teil der Jury von Visions du Réel in Nyon.