Die Schweizer Motorsportgemeinschaft trauert um den Verlust von Jacques Cornu aus Neuenburg. Der frühere Rennfahrer starb am Montag im Alter von 72 Jahren nach langer Krankheit, wie seine Familie der Zeitung Arcinfo mitteilte.
In den 1980er-Jahren machte sich Cornu einen Namen als Privatfahrer, der trotz begrenzter Mittel und nicht wettbewerbsfähiger Ausrüstung auffiel. Sein herausragendster Erfolg war ein zweiter Platz im Jahr 1984 beim Grand Prix der Niederlande in Assen auf einer 250-ccm-Maschine.
Seine Karriere nahm Fahrt auf, als er ab 1985 für das von Michel Métraux geleitete “Parisienne”-Projekt fuhr. Métraux ist bekannt als Großvater der Golfspielerinnen Kim und Morgane Métraux.
Cornu errang drei Siege in der 250-ccm-Klasse (Österreich und Frankreich 1988, Belgien 1989) und belegte in beiden Jahren den dritten Platz in der Weltmeisterschaftswertung. Insgesamt stand er 21 Mal auf dem Podium bei Grand-Prix-Rennen.
Nicht nur im Kurzstreckenrennsport machte sich Cornu einen Namen, sondern auch als Langstreckenfahrer gewann er 1982 den Weltmeistertitel und triumphierte ein Jahr später bei den 24 Stunden von Le Mans. Diese Erfolge ermöglichten es ihm, seine Grand-Prix-Karriere zu finanzieren.
Obwohl Verletzungen seine Karriere mehrmals unterbrachen, zeigte Cornu bemerkenswerten Ehrgeiz und kam immer wieder zurück. Als herzlicher und offener Mensch war er den Medien stets zugänglich und prägte so die Motorsportgeschichte.
Nach seinem Rücktritt im Jahr 1990 blieb das Motorradfahren ein wesentlicher Bestandteil seines Lebens. Über die Cornu Master School vermittelte er sein Wissen an nachfolgende Generationen, mit dem Ziel, Unfälle durch bessere Maschinenbeherrschung zu vermeiden.
In den letzten Jahren kämpfte Cornu mit gesundheitlichen Problemen, doch wie einst auf der Rennstrecke zeigte er Resilienz und Ausdauer. Radio SRF 1 berichtete am 28. April 2026 um 15 Uhr über seinen Tod.