Unterägeri erlebt ein Comeback eines bekannten Ortes, und zwar als ein unkonventioneller Treffpunkt. Das Gästelokal an der Zugerstrasse 13 wird ab dem 1. Mai unter neuem Namen «Pöschtli» schrittweise eröffnet. Anstatt eines traditionellen Restaurants steht das Miteinander im Vordergrund, wie die katholische Kirche Unterägeri als neue Eigentümerin betont.
Bereits im Frühjahr hatte der Kirchenrat angekündigt, das «Pöschtli» als Begegnungsstätte zu etablieren. “Es wird immer gesagt, die Kirche müsse näher an die Menschen heranrücken”, erklärt Kirchgemeindepräsident Ivo Krämer auf Anfrage. Geplant sind Angebote wie ein «Mami Café», Senioren-Zmittag und Treffen mit Seelsorgerinnen oder Sozialarbeitern sowie der einfache Kaffeeplausch.
Das «Pöschtli» soll gesellschaftliche und kulturelle Veranstaltungen anbieten und das Pfarreiheim Sonnenhof ergänzen, wo die Kirche heute ohne feste Öffnungszeiten Versammlungen abhält. Eröffnungstermine sind zunächst während der Sonntagsgottesdienste ab 11 Uhr, ausgenommen Feiertage. Die Tradition von «Thank God it’s Friday» wird am ersten Freitag jeden Monats weitergeführt.
Kirchenräte beteiligen sich selbst an den Anfangsaktivitäten hinter der Theke, unterstützt durch ein Betriebsleiter-Duo: Joel Honegger für das Gastronomiekonzept und Andrea Walker für die Entwicklung von Gäste- und Nutzungskonzepten. Während Honegger in der Zuger Gastro-Szene bekannt ist, betreibt Walker in Unterägeri ein Bekleidungsgeschäft.
Aktuell werden letzte Feinheiten an Speisekarte und Website angepasst. Das Innere zeigt neue Farben, Tapeten und eine frische Theke. Ein größerer Umbau steht noch aus; daher bleibt das Lokal in Juli und August geschlossen. Die große Eröffnung ist fürs erste Septemberwochenende geplant.
Der Kauf des ehemaligen «Central» kostete die Kirche rund 730’000 Franken, zusätzlich beantragte der Kirchenrat 220’000 Franken für Umbau und Betrieb. Diese Investition wurde im Februar von den Stimmberechtigten genehmigt. Krämer erklärt, dass das Budget stabil sei trotz steigender Preise.
Ivo Krämer betont: «Wir wollen der Bevölkerung etwas zurückgeben», unabhängig vom Glauben oder einer Konfession. Das «Pöschtli» steht für alle offen.