Moskau reagierte heftig auf Äußerungen aus Litauen zur vermeintlichen Schwachstelle der russischen Exklave Kaliningrad im Baltikum. Dmitri Peskow, Sprecher des Kremls, beschuldigte während einer Reise nach Peking die baltischen Politiker, kurzsichtig und von Russophobie geprägt zu sein, wie von der Nachrichtenagentur Tass berichtet wurde. Er kritisierte die baltischen Staaten als übermäßig russlandfeindlich, was ihrer eigenen Sicherheit schade.
Litauens Außenminister Kestutis Budrys hatte in einem Interview mit der “Neuen Zürcher Zeitung” Russlands Bedrohungspotential angesprochen und betont, dass die NATO Kaliningrad im Ernstfall neutralisieren könnte. Die russische Außenministeriumssprecherin Maria Sacharowa wies diese Äußerungen als direkten Angriff auf ein souveränes Land zurück, der europäische Stabilität gefährde.
Kaliningrad, historisch Königsberg genannt, ist seit dem Ukraine-Krieg noch stärker vom Rest Russlands isoliert. Es bleibt jedoch eine zentrale Militärbasis mit Raketensystemen, die den Ostseeraum einschließlich Deutschlands erreichen können.
Die Spannungen zwischen den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie Russland verschärften sich durch zahlreiche Drohnenvorfälle. Dabei geht es um ukrainische Drohnen, die beim Anflug auf russische Ziele in den baltischen Luftraum gerieten. Moskau beschuldigt die baltischen Staaten, ihr Territorium für ukrainische Attacken freizugeben – eine Vorwurf, der von den betroffenen Hauptstädten entschieden zurückgewiesen wird. Sie vermuten russische Störsender als Ursache für die abgeirrten Drohnen.