Das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hat eine eingehende Untersuchung des Kreuzfahrtschiffs angeordnet, um zu ermitteln, welche Personen nach Kap Verde evakuiert werden müssen, wie das Ministerium mitteilte. Die übrigen Passagiere sollen zur Weiterreise nach den Kanarischen Inseln fahren, wo sie in etwa drei bis vier Tagen eintreffen dürften.
Fernando Clavijo, Präsident der Kanarischen Inseln, hat sich gegen diesen Schritt ausgesprochen und ein dringendes Treffen mit Ministerpräsident Pedro Sánchez gefordert. Die Entscheidungsgewalt liegt jedoch bei der Zentralregierung, die über den regionalen Behörden steht.
Das spanische Ministerium betonte, dass Kap Verde den Einsatz nicht selbst durchführen könne, wie auch von der WHO bestätigt wurde. Daher seien die Kanarischen Inseln als nächstgelegener Ort mit den erforderlichen Ressourcen ausgewählt worden.
Spanien sieht sich einer moralischen und rechtlichen Verpflichtung gegenüber, da unter den Betroffenen auch mehrere spanische Staatsbürger sind. Die Regierung in Madrid hat zudem zugestimmt, dass der kritisch erkrankte Arzt noch heute mit einem Lazarettflugzeug auf die Kanarischen Inseln gebracht wird, wie das Gesundheitsministerium bekannt gab.
Auf den Kanaren sollen Besatzung und Passagiere untersucht und behandelt werden. Anschließend sind sie in ihre jeweiligen Heimatländer zurückzuführen, so die Ministeriumsmitteilung.
Bisher verstorben sind drei Passagiere: ein niederländisches Ehepaar im höheren Alter sowie eine deutsche Frau, wie der Betreiber Oceanwide Expeditions berichtete. Die WHO nimmt an, dass das niederländische Paar, das sich vor dem Antritt der Reise in Argentinien angesteckt haben könnte, die Ausgangspunkt der Infektionskette darstellt.