Christian Bucher berichtet über die Pläne der neu gegründeten IG Nachhaltiger Tourismus, den Tourismus in Luzern durch eine Obergrenze für Hotelbetten einzudämmen. Diese Initiative, unterstützt von SP, Juso und Jungen Grünen, zielt darauf ab, das städtische Wachstum zu kontrollieren und die Belastung der Infrastruktur sowie den Verlust an Wohnraum in der Altstadt zu verhindern.
Die Idee stößt auf gemischte Reaktionen. Einige Kommentatoren begrüßen sie als pragmatisches Mittel zur Steuerung des Tourismus und ziehen Parallelen zur Wirksamkeit neuer Verkehrsregeln für Reisecars. Andere halten sie für den falschen Weg, da Hotels die nachhaltigste Form der Unterkunft darstellen und der Markt über das notwendige Wachstum entscheiden sollte.
Das Tourismus Forum Luzern (TFL), vertreten durch Präsident Ferdinand Zehnder, lehnt die Initiative als populistische Mogelpackung ab. Zehnder argumentiert, dass eine politische Obergrenze für Hotelbetten zu einer planwirtschaftlichen Mangelverwaltung führen und wirtschaftliche Freiheit gefährden würde. Er betont, der Tourismus sei ein wesentlicher Wirtschaftspfeiler in Luzern, der Arbeitsplätze sichert und die internationale Sichtbarkeit der Stadt erhöht.
Die Initiative wird zudem kritisiert, da sie den Tourismus pauschal als Problem darstellt. Das TFL sieht in ihr eine Gefahr für die Attraktivität der Stadt, indem sie einen wichtigen Wirtschaftszweig schwächen könnte. Zehnder bezeichnet die Idee als ideologischen Übereifer und kündigt an, dass das Forum diese Vorlage entschieden bekämpfen wird.
Während das TFL seine Position klarstellt, plant die IG weitere Maßnahmen wie eine Car-Obergrenze oder Abgaben für Tagestouristen. Luzern steht somit vor einer intensiven Diskussion im Vorfeld der nächsten Tourismussaison.