Vor dem Weißen Haus in Washington hielt Melania Trump, die Ehefrau des US-Präsidenten Donald Trump, eine unerwartete Pressekonferenz ab. In einem knapp sechseinhalbjährigen Statement bestritt sie jegliche Beziehung zu Jeffrey Epstein, dem verurteilten Sexualstraftäter. Die First Lady betonte: «Ich hatte nie eine Verbindung zu Epstein oder seiner Komplizin Maxwell.» Sie sei weder mit ihm befreundet gewesen noch auf seiner Privatinsel oder in seinem Flugzeug anwesend. Zwar seien sie und ihr Mann zu denselben Veranstaltungen eingeladen worden, doch habe dies keine Beziehung bedeutet. Die Korrespondenz per E-Mail zwischen ihr und Ghislaine Maxwell beschrieb sie als «beiläufig». Zudem distanzierte sich Melania Trump von jeglicher Opferrolle in Bezug auf Epstein.
In Dokumenten des US-Justizministeriums, die heuer veröffentlicht wurden, findet sich eine E-Mail mit dem Namen «Melania» unterzeichnet. Sowohl Absenderin als auch Empfänger sind geschwärzt, doch es besteht der Verdacht, dass diese an Ghislaine Maxwell gerichtet war. Diese Nachricht aus dem Oktober 2002 beginnt mit: «Liebe G! Wie geht es dir?», gefolgt von einer Erwähnung eines New Yorker Magazinberichts über Epstein.
Obwohl Melania Trump die Echtheit der E-Mail nicht bestätigte, sorgt ihr unerwarteter Auftritt für Spekulationen. Vor allem der Zeitpunkt wirft Fragen auf, da das Weiße Haus bisher solche Anfragen vermieden hatte. Die First Lady scheint nun eigeninitiativ handeln zu wollen, was verschiedene Vermutungen nach sich zieht.
Journalisten durften keine Nachfragen stellen, wodurch die Spekulationen umso mehr an Intensität gewannen. Kritiker wie der Podcaster Jon Favreau und eine CNN-Korrespondentin mutmaßen, dass Melania Trump sich möglicherweise vor drohenden Vorwürfen schützen will.
Politisch könnte diese Entwicklung neue Dynamiken in die Epstein-Affäre tragen, so sieht es Abgeordneter Robert Garcia. Der Demokrat aus dem Kontrollausschuss des Repräsentantenhauses zeigte Überraschung und fragte nach möglichen weiteren Informationen der First Lady.
Unterdessen appellieren 15 Epstein-Opfer in einer gemeinsamen Stellungnahme an die Politik, alle Akten zu veröffentlichen. Sie kritisieren Melania Trump für ihre Aussagen und betonen, dass bereits genug von ihnen erzählt wurde. Die First Lady selbst schloss ihre Ansprache mit der Forderung nach einer öffentlichen Erzählmöglichkeit unter Eid für jede Frau.
Quelle: SRF 4 News, 10.04.2026, 7 Uhr