Die bedeutende Kunstmesse Asiens, die Art Basel in Hongkong, zieht Sammler aus Hongkong, China, Taiwan, Korea und Japan an. Diese Woche investieren sie vermehrt in etablierte westliche Kunstgrößen.
Ein Indikator für einen florierenden Kunstmarkt ist der Andrang bei der Eröffnung. Die Art Basel genießt besondere Aufmerksamkeit: Privatkunden der Schweizer Grossbank UBS, des langjährigen Sponsors, baten im Vorfeld um früheren Zugang zur Messe aus Furcht vor sofortigen Verkäufen. Doch es gibt bereits eine exklusive Eröffnung namens First Choice für ausgewählte Gäste.
Die Befürchtungen der Sammler sind berechtigt: Kurz nach Öffnung waren zahlreiche bedeutende Werke verkauft, darunter Pablo Picassos “Maler und Modell” von 1964, welches bei der Berliner Galerie Bastian für 3,5 Millionen Euro den Besitzer wechselte.
Investoren und Sammler streben auch nach Kunst großer Frauen. Bei White Cube aus London verkaufte sich ein großes Bild einer blutenden Frau im Bett von Tracey Emin, die derzeit in der Londoner Tate gefeiert wird, für 1,2 Millionen Pfund.
Louise Bourgeois, bekannt für ihre psychologisch aufgeladene Kunst, erzielte mit einer Serie von roten Blumen-Aquarellen auf Papier rund 3 Millionen US-Dollar. Die Schweizer Galerie Hauser & Wirth zog ein interessiertes asiatisches Publikum an, da Wasserfarbe und Papier in der chinesischen Kultur vertraute Medien sind.
Die knapp 240 teilnehmenden Galerien richten ihr Angebot gezielt auf das fernöstliche Publikum aus. Dieses stellt den größten Anteil des Publikums im Hongkonger Convention Center am Victoria Harbour dar und ist offen für bedeutende Namen der abendländischen Kunst, wie Marc Chagalls fliegendes Liebespaar über dem jüdischen Stetl zum Preis von 3 Millionen US-Dollar.
Die Art Basel bietet eine seltene Gelegenheit, bedeutende Werke der klassischen Moderne zu sehen. Das Publikum versammelt sich begeistert und nimmt Gruppen-Selfies vor den Exponaten auf, die perfekt für Instagram sind. Der malaiische Künstler Kongkee unterstreicht dies mit einer Neoninstallation, die “Price” und “Value” zeigt.
Der britische Kunsthändler Richard Nagy bietet einen frühen Picasso-Gouache für 3,3 Millionen Dollar an, da Nacktheit in der Kunst bei chinesischen Sammlern nicht mehr verpönt ist. Werke von Gustav Klimt und Egon Schiele, bekannt für ihre expliziten Bleistiftzeichnungen, sind ebenfalls gefragt.
Traditionelle chinesische Kunst konzentriert sich auf Landschaften und Blumenstillleben, doch die Galerie Lucie Chang Fine Arts präsentiert Malerei von Zhu Xinjian, dessen Werke mit Aktmalerei an Henri Matisse erinnern. Diese sind im unteren fünfstelligen Bereich erhältlich.
Kunst besitzt einen ideellen und symbolischen Wert, der den Marktwert übersteigt, wie das Vorzeigebild des chinesischen Superstars Yue Minjun zeigt: Drei lachende Figuren auf einem Felsen kosten 1,8 Millionen US-Dollar. Die Art Basel in Hongkong läuft bis zum 29. März.