Der Konflikt im Nahen Osten hat die geopolitische Dynamik noch komplizierter gemacht. Trump und Putin stehen unter Druck, während neue Chancen durch ukrainische Diplomatie entstehen.
Eine europäische Flotte bewegt sich östlich des Suezkanals: Der französische Träger “Charles de Gaulle” mit italienischer und niederländischer Fregatte verlässt das Rote Meer, um die Schifffahrt im Persischen Golf zu unterstützen. Dies ist eher eine Ablösung als Verstärkung für die amerikanische Flotte, da der “Gerald Ford” nach einer dreizehnmonatigen Mission heimkehrt.
Die US-Navy steht vor Überdehnungserscheinungen, und Trumps Fähigkeit, globale Instabilitäten zu beseitigen, ist begrenzt. Die CIA schätzt die Widerstandsfähigkeit des Iran höher ein als von der US-Regierung behauptet, was das Risiko einer zukünftigen Eskalation erhöht.
Europa rückt wieder in Trumps Blickfeld: Er führte jüngst ein ausführliches Telefonat mit Putin über eine befristete Waffenruhe am 9. Mai – dem Tag des sowjetischen Sieges im Zweiten Weltkrieg. Kiew hat zuletzt mehr Langstreckendrohnen eingesetzt und erreicht damit wirtschaftliche und psychologische Effekte in Russland, während die russische Armee ihre Verluste kaum kompensieren kann.
Sowohl Trump als auch Putin stehen unter Druck. Beide glauben, dass die Ukraine den Krieg auf europäischen Drängen hin verlängert. Trotz der Unterstützung für freie Schifffahrt im Nahen Osten hat Trump seine Rhetorik gegenüber der Nato verschärft und droht mit dem Abzug von 5000 Soldaten aus Deutschland, was die konventionelle Abschreckung in Europa schwächt.
Trump ermöglicht Putin möglicherweise mehr Handlungsspielraum in Europa durch den Vorwurf, er wolle die Ursachen des Ukraine-Krieges beseitigen. Die Verschmelzung der Konflikte im Nahen Osten und Europa verändert die geopolitische Landschaft.
Zwei neue Szenarien treten hervor: Ein transaktionaler Deal im Nahen Osten könnte Russland ermöglichen, sich auf eine weitere Offensive in Europa vorzubereiten. Eine Niederlage Russlands gegen die Ukraine könnte dagegen zu einer Entspannung führen und Europa einen starken Partner gewinnen.
Wahlen in Frankreich und mögliche politische Veränderungen in Deutschland könnten das Machtgleichgewicht zugunsten Moskaus verschieben. Putin bringt Gerhard Schröder als möglichen Vermittler ins Spiel, um die europäische Einheit zu untergraben.
In einer unsicheren Welt bieten Szenarien nur begrenzte Orientierung: Was passiert, wenn der Energiefluss über Hormuz versiegt oder eine Hungersnot droht? Trumps geplantes Treffen mit Xi Jinping spiegelt die aktuelle militärische Schwäche der USA wider, während China strategische Vorteile hat.