Im Fall der sogenannten «famiglia nel bosco» wächst die Hoffnung auf eine baldige Wiedervereinigung, nachdem Senator Ignazio La Russa seine Unterstützung signalisiert hat. Die Eltern Catherine Birmingham und Nathan Trevallion zeigen sich bereit zu Kompromissen – nun liegt der Entscheid beim Gericht.
Könnte ein glückliches Ende für die Familie im Wald in Sicht sein? Nach Ansicht des zweithöchsten Staatsbeamten Italiens könnten die Eltern bald wieder mit ihren drei Kindern zusammenleben, die seit November in einer staatlichen Einrichtung untergebracht sind. «Kinder finden ihr grösstes Glück im Zusammenleben mit ihren Eltern», betonte Senatspräsident La Russa bei einem Treffen am Mittwoch im Palazzo Giustiniani.
La Russa stellte klar, dass er sich nicht in laufende Gerichtsverfahren einmischen wolle oder könne. Das Ziel des Treffens sei es gewesen, die angespannte Stimmung rund um den Fall zu entschärfen und einen konstruktiveren Umgang zu fördern.
Allerdings hat die rechte Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni das Klima mitverursacht: Sie nutzte den Fall im Wahlkampf für eine Justizreform, um gegen die «Richterkaste» Stimmung zu machen. Ein Gerichtsentscheid hatte im November zur Trennung der Familie geführt.
Der Fall zog öffentliche Aufmerksamkeit auf sich, da er das Spannungsverhältnis zwischen dem staatlichen Schutz von Minderjährigen und individueller Lebensfreiheit beleuchtete. Die Trevallions führten ein asketisches Leben in einem abgelegenen Steinhaus ohne moderne Annehmlichkeiten und entschieden sich gegen den Schulbesuch ihrer Kinder Utopia Rose, Galoran und Blubell.
Das aus England und Australien stammende Paar nutzte die Einladung ins Senatshaus, um sich als verantwortungsvolle Eltern darzustellen. Nach dem Gespräch äusserte sich Mutter Birmingham emotional zu den wartenden Journalisten: «Wir sind gekommen, um all jenen Dank zu sagen, die uns in diesen schwierigen Monaten unterstützt haben». Sie betonte, dass ihr zurückgezogenes Leben weder gesetzeswidrig gewesen sei noch das Wohl der Kinder gefährdet habe.
«Ich möchte mit niemandem mehr streiten», sagte Birmingham nach ihrer unnachgiebigen Haltung gegenüber den Behörden. Aufgrund ihres unkooperativen Verhaltens musste sie ein Wohnheim verlassen, in dem sie mit ihren Kindern leben durfte. Nun sagt sie Ja zu allen Forderungen: Schulbesuch für die Kinder, Impfung und ein neues Haus. Bald ziehen die Eltern bereits in eine Unterkunft der Gemeinde Palmoli um.
Die Entscheidung über eine mögliche Wiedervereinigung steht kurz bevor: Am 21. April wird das Jugendgericht von L’Aquila den Rekurs der Eltern behandeln.