Mit der Übernahme des Amts am heutigen Tag signalisiert Peter Magyar den Beginn einer neuen Ära in Ungarn, wie er bei seinem Einzug ins Parlament mit der Fraktion seiner Tisza-Partei betonte. Der neue Regierungschef, ein ehemaliges Mitglied von Viktor Orbans Fidesz-Partei, hatte sich 2018 distanziert, um sich als Gegenpol zum autoritärer werdenden Orban zu positionieren.
Die Tisza-Partei errang einen deutlichen Sieg bei der Parlamentswahl am 12. April mit 53 Prozent der Stimmen und erhielt damit 141 von 199 Mandaten, was eine verfassungsändernde Zweidrittelmehrheit sichert. Orbans Fidesz erreichte hingegen nur 39 Prozent und 52 Sitze, während die rechtsextreme Partei “Unsere Heimat” mit knapp sechs Prozent der Stimmen sechs Abgeordnete ins Parlament brachte. Alle weiteren Parteien scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde.
Im Wahlkampf hatte Magyar versprochen, Ungarn zu einem “menschlichen und funktionierenden Land” umzugestalten und sich gegen die tief verwurzelte Korruption unter Orban zur Wehr zu setzen. Sein Plan sieht vor, korruptionsverdächtige Politiker und Amtsträger rechtsstaatlich strafrechtlich zu verfolgen.
Darüber hinaus strebt er an, die 18 Milliarden Euro an EU-Hilfen freizuschalten, welche aufgrund von Rechtsstaatsverstößen unter Orban eingefroren wurden. Magyar und seine zukünftige Aussenministerin Anita Orban hatten sich bereits vor dem Machtwechsel in Gespräche mit der Brüsseler Kommission begeben.
SRF 4 News, 09.05.2026, 15 Uhr; sda/lehl; hues