Albert Leiser, Direktor des HEV und langjähriger FDP-Politiker im Stadtparlament von Zürich, zieht sich nach 27 Jahren zurück. Während seiner Amtszeit kritisiert er eine wachsende Anspruchshaltung in der Gesellschaft, die zu steigenden Wohnkosten beiträgt. Leiser, aufgewachsen in einer Genossenschaftswohnung, hebt heute die Eigenverantwortung hervor und bemängelt die zunehmende Ideologie im Parlament. Er berichtet, dass die Sozialdemokraten in den letzten Jahren stärker von jungen Mitgliedern dominiert wurden, was Kompromisse erschwert. In einem rot-grünen Stadtparlament sieht sich seine FDP als Minderheit konfrontiert und er betont, wie sich politische Verhältnisse seit 1999 verändert haben. Leiser bemängelt, dass viele Menschen staatliche Unterstützung erwarten, wenn es ihnen finanziell schlecht geht, und kritisiert die daraus resultierenden Belastungen für den Staatshaushalt. Er ist der Meinung, dass Hilfe nur denen zukommen sollte, die wirklich bedürftig sind. Leiser veranschaulicht dies mit Beispielen aus seinem eigenen Leben, wie etwa die Unterstützung seines lernbehinderten Sohnes ohne staatliche Hilfen. Er moniert insbesondere das Verhalten von Politikern, deren Handeln und Aussagen oft im Widerspruch stehen. Leiser erinnert sich an seine Jugend in einer sozialdemokratisch geprägten Umgebung und betont die Bedeutung von Eigenverantwortung. Er beschreibt, wie sich Wohnansprüche verändert haben: Früher waren Ansprüche bescheidener; heute gibt es den Wunsch nach mehr Raum und weniger Arbeit. Er hinterfragt auch die Effektivität der Genossenschaftswohnungen und deren Nutzung durch finanziell besser gestellte Menschen. Leiser sieht in der Wohnungsknappheit Zürichs ein Problem, das aber nicht nur auf Mangel zurückzuführen ist, sondern auch mit dem Zeitpunkt der Wohnungssuche zusammenhängt. Politisch kritisiert er die FDP für ihre Zurückhaltung bei seiner Initiative zur Förderung von Wohneigentum. Die Partei verfehle ihr eigenes Programm, indem sie junge Leute beim Erwerb von Eigenheimen nicht genug unterstütze. Trotz politischer Minderheit im Stadtparlament betont er die Möglichkeit, auch als solche Einfluss zu nehmen – ein Ansatz, der in den letzten Jahren jedoch an Bedeutung verloren habe.