Münchens neuer Oberbürgermeister, Dominik Krause, setzt auf pragmatische Lösungen anstelle von festgefahrenen Fronten. Im Gespräch mit NZZ-Deutschland-Chefredaktor Florian Eder legt der 35-Jährige seine Pläne für die Stadt dar und entkräftet dabei gängige Grünen-Klischees. Nach 42 Jahren SPD-Herrschaft im Rathaus gelang es erstmals einem Grünen in Bayern, das Amt zu übernehmen.
Krause plant den Bau von 50.000 neuen Wohnungen, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen – unter anderem durch die Umwandlung leerstehender Büroflächen und das Verhindern von Spekulationen. Er betont zudem, dass es nicht darum gehe, den Autoverkehr abzuschaffen: “Die meisten Menschen nutzen verschiedene Verkehrsmittel”, erklärt er. Auch persönlich habe er mit dem Auto zur Uni gefahren, weil die ÖPNV-Verbindungen zu lang gewesen seien. Für ihn ist ein gut durchdachtes Mobilitätsangebot eine politische Aufgabe.
In einer Folge von “NZZ Machtspiel” spricht Florian Eder mit Dominik Krause über die wirtschaftliche Bedeutung der Weltoffenheit Münchens und seine Enttäuschung darüber, dass Teile des linksprogressiven Milieus antisemitische Anschläge bagatellisierten. Alle Episoden von “NZZ Machtspiel” sind in einer Übersicht zu finden.