Mit fast 42.000 Stimmen wurde Raphael Golta (SP) beim zweiten Wahlgang zum neuen Stadtpräsidenten von Zürich gewählt, trotz der rund 9.500 Stimmen für Vereinzelte. Nach Bekanntgabe des Ergebnisses äußerte er sich überwältigt: «Heute empfinde ich vor allem grosse Dankbarkeit, aber auch eine gewisse Demut gegenüber diesem wichtigen und anspruchsvollen Amt.» So tritt Golta die Nachfolge von Corine Mauch an, die seit 17 Jahren das Stadtpräsidium innehatte.
Golta betonte sein Bestreben, für alle Zürcher da zu sein: «Wir wollen der ganzen Zürcher Bevölkerung etwas bringen.» Obwohl der linke Block im Stadtrat dominiert, möchte er sich als Stadtpräsident für die gesamte Gemeinschaft einsetzen.
Der Wahlsonntag war ungewöhnlich: Golta galt nach dem ersten Wahlgang am 8. März praktisch als gewählt, da er die meisten Stimmen erhielt, jedoch das absolute Mehr verfehlte und somit nicht offiziell als Stadtpräsident bestimmt wurde. Gemäß der Zürcher Gemeindeordnung war eine Urnenwahl notwendig, weshalb ein zweiter Wahlgang erfolgte. Da Golta der einzige Kandidat für das Amt war, hätte er theoretisch von einem der neun gewählten Stadträte herausgefordert werden können; dies geschah jedoch nicht.
Die Wahlbeteiligung lag bei nur 23,5 Prozent, was bedeutet, dass weniger als jeder vierte Stimmberechtigte teilnahm. Corine Mauch, die scheidende Stadtpräsidentin, äußerte sich am Rande des Wahltags positiv über ihren bevorstehenden Ruhestand: «Ich freue mich auf meine neuen Freiheiten», erklärte sie nach einem intensiven Schlussspurt.
Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 8.5.2026, 17:30 Uhr;thon; ante;gygm;wilh