Die Kampagne «Support my camp», die bis Mitte April läuft, belohnt Kundinnen und Kunden mit “Vereinsbons” basierend auf ihren Einkäufen. Diese Bons können sie Vereinen zuweisen, die Lager für Kinder und Jugendliche anbieten. Der Migros-Genossenschafts-Bund stellt dafür drei Millionen Franken bereit, welche nach dem Startkapital entsprechend der Anzahl der zugeordneten Bons verteilt werden.
Unter den teilnehmenden Vereinen gibt es mehrere mit religiöser Prägung. STR26 belegt am 31. März Platz drei in der Rangliste, mit über 63’000 gesammelten Bons. Es handelt sich um ein Jugendtreffen der Evangelisch-methodistischen Kirche Schweiz, beschrieben auf der Migros-Webseite als zehntägiges Lager für 1200 Kinder und Jugendliche.
Die eigene Webseite von STR26 definiert die Ziele des Lagers präziser: darunter fallen “Freude an Bewegung”, “Vernetzung im Verband durch Gemeinschaftserlebnisse” sowie das “Leben des Glaubens”. Auch JAB Suisse romande, eine christlich-evangelikale Jugendorganisation, ist vertreten und belegt Platz 7 in der Rangliste. Sie beschreibt ihr oberstes Ziel als Gott zu lobpreisen.
Joël Hirschy von JAB Suisse romande betont gegenüber RTS, dass die Lager einen “ganzheitlichen Ansatz” verfolgen, religiös geprägt sind, aber offen für alle Jugendlichen. Die Organisation erfolgt im Rahmen von Jugend+Sport und erforderte eine Präzisierung durch die Migros.
Michael Hari von STR26 unterstreicht, dass das Lager primär ein Freizeitangebot sei und keine religiöse Veranstaltung darstelle. Religiöse Inhalte seien Teil des Programms, aber freiwillig.
Die Teilnahmebedingungen der Migros schließen Vereine aus, deren Hauptziel die Verbreitung bestimmter spiritueller oder religiöser Inhalte ist. Migros-Sprecher Tristan Cerf erklärt, dass die Kampagne klare Kriterien habe: Die Lager müssten für alle Kinder und Jugendliche zugänglich sein, unabhängig von Religion, Herkunft oder Überzeugung.
RTS berichtete am 1. April 2026 um 6:27 Uhr in der Sendung La matinale über diese Entwicklungen.