Das milde und sonnige Wetter des Frühlings zieht zahlreiche Motorradfans auf die Strassen. Doch das vermeintliche Vergnügen birgt auch erhebliche Gefahren, wie Daten der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) verdeutlichen: In der Schweiz sind Motorradfahrer besonders häufig in schwere Unfälle verwickelt. Was sind die Ursachen dafür?
Christoph Leibundgut ist seit drei Jahren als Mediensprecher bei der BFU tätig und meint lakonisch: «Lafere isch o lifere». Nach einem Studium des Sportjournalismus in Salzburg arbeitete er als Videojournalist für “TeleBärn” und war stellvertretender Chefredaktor bei Radio BeO.
SRF fragte nach dem erhöhten Risiko beim Motorradfahren: Leibundgut erklärt, dass das Unfallrisiko auf dem Motorrad 60-mal höher ist als im Auto. Über ein Viertel aller schweren Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten und Todesopfern betreffen Motorräder.
Die Gründe für die hohen Unfallzahlen sind vielschichtig: Zum einen fehlt beim Motorrad eine Knautschzone, was zu schwereren Verletzungen führt. Im Gegensatz dazu bieten Autositze Schutz durch Kühlhauben und Airbags. Zudem sind über 60 Prozent der Kollisionen auf andere Verkehrsteilnehmer zurückzuführen. Die schmale Silhouette eines Motorrads macht es für andere leichter, übersehen zu werden.
Besonders gefährdet sind ältere Fahrer: Aufgrund ihrer Verletzlichkeit ist das Risiko schwerer Verletzungen bei einem Sturz höher als bei jüngeren. Junge Fahrer im Alter von 15 bis 17 Jahren tragen ebenso ein erhöhtes Unfallrisiko, oft bedingt durch jugendlichen Leichtsinn.
Neue Motorradfahrer können den Lernfahrausweis beantragen und mit dem “blauen L” auf Passstrassen fahren. Ohne Übung kann sich eine missliche Lage schnell zu einer lebensbedrohlichen Situation entwickeln.
Das Gespräch wurde von Tina Nägeli geführt.
Tipp für Motorradfahrer: Das Unfallrisiko lässt sich durch Vorsicht und Achtsamkeit reduzieren. (Radio SRF 1, Morgengast, 17.4.2026, 7:17 Uhr; Bachofen)