Das Regime der Mullahs erwartete zu Unrecht, dass die arabischen Massen gegen den Angriff durch Amerika und Israel auf die Straßen gehen würden. Während im Nahen Osten der Islamismus an Anziehungskraft verliert, gewinnt er in Europa neuen Boden.
Die radikal antiwestliche Haltung Irans bot China ideologischen Spielraum, um sich als neutraler Akteur einer Region zu präsentieren, die nach Alternativen zur amerikanischen Vorherrschaft suchte. Im Jahr 2023 nutzte Peking diese Gelegenheit strategisch, indem es ein Normalisierungsabkommen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran anbahnte und sich somit als unverzichtbarer Vermittler in einer Region positionierte.
Die Islamische Republik war nicht nur eine Regionalmacht mit eigenen Ambitionen, sondern spielte auch eine zentrale Rolle in einer breiteren Koalition revolutionärer Kräfte, die bestrebt war, die von den USA dominierte Ordnung im Nahen Osten zu untergraben, wobei Israel der Hauptgegner war. Die amerikanisch-israelische Militäroperation «Epischer Zorn» entlarvte Iran als militärisch schwach und politisch instabil.
Washingtons Versagen, die Entwicklungen in und um den Iran zu erkennen, wurde besonders deutlich. Chinesische Unternehmen halfen dabei, Irans Überwachungsinfrastruktur mit Technologien auszustatten, die Peking selbst perfektioniert hatte. So konnte Teheran trotz westlicher Sanktionen seine Waffenprogramme aufrechterhalten und den antiamerikanischen Widerstand durch chinesische Subventionen finanzieren.
Mit dem Ausbruch der Konflikte am 7. Oktober 2023, insbesondere durch die Angriffe der Hamas, zeigte sich, dass Iran in seiner regionalen Strategie scheiterte. Der Krieg offenbarte die Destruktivität des iranischen Einflusses und führte zur Neubewertung strategischer Allianzen, besonders zwischen Washington und den Golfstaaten.
Während der revolutionäre Islamismus im Nahen Osten an Boden verliert, findet er in westlichen Metropolen wie London, Paris und Berlin neue Unterstützung. Diese Verschiebung deutet darauf hin, dass die Ideologie des Widerstands, einst zentral für den Nahen Osten, nun auf europäischen Bühnen diskutiert wird. Zineb Ribouaist vom Hudson Institute weist darauf hin, dass diese Verlagerung sowohl eine Herausforderung als auch das Ende der islamischen Revolutionsideologie markiert.