Ein bayerischer Unternehmer wurde monatelang von mutmaßlichen russischen Agenten observiert, die möglicherweise einen Anschlag auf ihn planten. Der Fall ist kein Einzelfall in Deutschland. Laut einem Bericht des Generalbundesanwalts wurden zwei vermutete russische Spione festgenommen: die Rumänin Alla S. in Rheine und der Ukrainer Sergey N. in Alicante, Spanien.
Das Ziel dieser Observation war ein Drohnenunternehmer aus Bayern, dessen Firma Teile an die Ukraine liefert. Seit Dezember 2025 soll Sergey N. den Mann beobachtet haben: Er sammelte Informationen im Internet und filmte dessen Arbeitsplatz, was jedoch zu seiner Entdeckung führte. Alla S. übernahm ab März die Beobachtung, indem sie heimlich das Wohnhaus des Unternehmers filmte.
Deutsche Behörden vermuteten einen drohenden Anschlag auf den Firmengründer, der sich nun an einem sicheren Ort befindet und bereits Vorkehrungen getroffen hatte. Der Fall erinnert an ähnliche Vorfälle, wie etwa die Beobachtung des Rüstungsunternehmens Rheinmetall-Chefs Armin Papperger durch russische Agenten.
Cyberangriffe auf deutsche Firmen nehmen zu: Laut einer Bitkom-Studie wurden 2024 viele Unternehmen Opfer von Spionage und Cyberattacken, mit Schäden in Höhe von 289,2 Milliarden Euro. Fast die Hälfte dieser Angriffe wurde Russland zugeschrieben.
Europäische Geheimdienste warnen vor russischen Sabotageaktivitäten: In der Schweiz wurden verstärkte Aktivitäten gemeldet, während in Deutschland 321 mutmaßliche Fälle im Jahr 2025 verzeichnet wurden. Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Martin Jäger, forderte bei einer Sicherheitskonferenz entschiedenere Gegenmaßnahmen.
Die Operation gegen Alla S. und Sergey N. wird nun in Deutschland juristisch aufgearbeitet: Nach Durchsuchungen ihrer Wohnungen soll Alla S. dem Haftrichter vorgeführt werden, während Sergey N.’s Auslieferung aus Spanien erwartet wird.