An Bord des von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ befindet sich ein Schweizer Crewmitglied, das als Kontaktperson gilt. Die Direktorin des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), Anne Lévy, erklärte im SRF-„Samstagsrundschau“-Interview, dass der Mann keinerlei Symptome aufweise und sich in guter Verfassung befinde. Er sei weiterhin auf dem Schiff anwesend und habe Kontakt zu Infizierten gehabt. Die Entscheidungen über die Patientenversorgung liegen bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO), sobald das Schiff im Hafen von Granadilla auf Teneriffa ankommt, was laut Betreiber Oceanwide Expeditions für Sonntagmorgen erwartet wird.
Derzeit zeigt niemand auf der „Hondius“ Symptome. Das Schiff hatte seine Reise am Mittwochabend von Kap Verde Richtung Kanarische Inseln angetreten und war ursprünglich im April in Südargentinien gestartet. Die WHO berichtete über sechs bestätigte Hantavirus-Fälle und zwei Verdachtsfälle, wobei drei Patienten verstorben sind: ein älteres niederländisches Ehepaar und eine deutsche Frau.
Der Schweizer Crewmitglied befindet sich im Universitätsspital Zürich (USZ) mit gutem Gesundheitszustand. Das BAG ist in Kontakt mit ihm, während seine Ehefrau vorsorglich in häuslicher Isolation bleibt. Sie hatten das Schiff Anfang Mai verlassen und waren nach Symptomenentwicklung zurückgekehrt.
Eine weitere Person aus Genf befindet sich in Isolation, da sie auf einem Flug von St. Helena nach Johannesburg einen Erkrankten kannte – nicht jedoch an Bord der „Hondius“. Lévy lobte die Selbstverantwortung der Betroffenen und äußerte Zuversicht bezüglich weiterer Schweizer Infektionen: “Es vergeht einige Tage, bis man klare Symptome feststellt. Da bisher niemand sich gemeldet hat, sind wir optimistisch.”