Am Zürcher Helvetiaplatz fanden sich Fahnen mit kommunistischen Symbolen, Delegationen der SP und Gewerkschaften wie Unia und Syna sowie Vertreter kurdischer und tamilischer Gruppen ein. Der offizielle Demonstrationszug startete vom Helvetiaplatz durch die Zürcher Innenstadt zum Sechseläutenplatz. Laut Organisatoren nahmen 15’000 Menschen teil, als der Abschlusskundgebungsbetrieb begann waren aber noch viele Gruppen unterwegs.
Die Kundgebung verlief größtenteils friedlich, es kam jedoch zu vereinzelten Sachbeschädigungen. Aus einer großen Ansammlung linksextremer Organisationen lösten sich vermummte Personen an der Bahnhofstrasse und besprühten Wände sowie Schaufenster. Sie zündeten auch Böller und Feuerwerkskörper, während die Polizei unter anderem mit einem Wasserwerfer für Sicherheit sorgte. Gegenstände flogen von dem sogenannten «revolutionären Block» in Richtung der Polizisten, und Parolen gegen die Ordnungskräfte wurden skandiert. Über längere Zeit blieb die Innenstadt blockiert, der Verkehr kam zum Erliegen.
Bundesräte wie Beat Jans, der in Biel und Solothurn auftrat, oder seine SP-Kollegin Elisabeth Baume-Schneider in Liestal, besuchten ebenfalls 1.-Mai-Veranstaltungen. In Basel versammelten sich über 1000 Menschen auf dem Messeplatz. Der Demonstrationszug verlief zuerst friedlich, bis ein Teil unerlaubt nach der Mittleren Brücke abbog.
Anstatt zum Marktplatz zu ziehen, wendete die Spitze des Zuges um 11 Uhr bei Ankunft in Grossbasel auf die Schifflände und nahm einen nicht genehmigten Umweg. Kurz darauf wurden aus der Menge mit Farbe gefüllte Objekte gegen das Hotel Trois Rois geworfen, wobei dessen Fassade beschädigt wurde. Die Spitze zog weiter zum Universitätsspital Basel für eine Rede.
Zwischenzeitlich hielt die Demonstration an und es wurden kurze Ansprachen gehalten. In der Clarastrasse zeigten sich Demonstranten solidarisch mit den Palästinensern, laut Parolen warfen sie sich als «Kinder Gazas» auf Französisch. Auf dem Claraplatz wurde Kritik an imperialistischen Kriegen geübt und auf der Mittleren Brücke das patriarchale System angeprangert.
Auch im Kanton Bern zelebrieren Linke und Gewerkschaften den Tag der Arbeit mit markigen Worten gegen die SVP-Volksinitiative «Keine 10-Mio-Schweiz». In Bern ist am Nachmittag ein Umzug von der Altstadt zum Bundesplatz geplant, wo SP-Ständerätin Flavia Wasserfallen spricht. Burgdorf erwartet eine Ansprache des neuen SP-Regierungsrats Reto Müller; Feiern sind auch in Thun, Unterseen und Langenthal anberaumt.
Linksaussen-Gruppierungen rufen zudem zum «revolutionären 1. Mai» auf, mit einer geplanten Demonstration am frühen Abend in Bern. Bundesrat Beat Jans warnte bei der Veranstaltung in Biel vor den Folgen der SVP-Volksinitiative und deren Risiken für Arbeitsplätze und Löhne sowie die Beziehungen zu Europa.
Das Begehren gefährde unmittelbar die Schweiz, verschärfe den Fachkräftemangel und führe zu Verteilkämpfen, wobei Unternehmen, Spitäler und Pflegeheime besonders betroffen seien. Die Zuwanderung habe zum ökonomischen Wachstum beigetragen, während die Bevölkerungszahl gewachsen und die Reallöhne seit 2002 um fast zwölf Prozent gestiegen sind. Jans warnte auch vor politischen Konsequenzen und einer geschwächten Glaubwürdigkeit der Schweiz in unsicheren globalen Zeiten, wo mehr internationale Kooperation notwendig sei.
SRF 4 News, 1.5.2026, 8 Uhr; sda/baus;stal;sche