In der Nacht auf Sonntag wird die Zeit um eine Stunde vorgestellt. Doch die Umstellung auf Sommerzeit bedeutet mehr als nur einen verlorenen Schlaf: Sechs faszinierende Fakten beleuchten, von unruhigen Kühen bis zu doppelten Zugfahrten.
Nicht nur Menschen sind betroffen – Kühe leiden ebenfalls unter der Zeitumstellung. Ihre Milchproduktion sinkt aufgrund der fehlenden Stunde.
Vor der Umstellung verschieben einige Höfe das Melken um wenige Minuten, um den Tieren die Anpassung zu erleichtern. Diese Praxis löste bereits in den 1980er-Jahren eine politische Kontroverse aus: Landwirte verhinderten mit einer Volksinitiative die Einführung der Sommerzeit durch den Bundesrat. Das Parlament kehrte diese Entscheidung jedoch innerhalb von sechs Monaten um, da sie den internationalen Bahnverkehr erschwerte.
1916 führten Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich-Ungarn die Sommerzeit als Energieeinsparungsmaßnahme während des Ersten Weltkriegs ein. Die Schweiz blieb eine Insel der Nicht-Sommerzeit.
Offiziell soll die Zeitumstellung Energie sparen; Geschäfte hoffen auf gesteigerten Konsum durch längere Abende. Eine Analyse von JPMorgan Chase aus 2016 zeigt jedoch, dass der Konsum bei der Winterzeit-Umstellung stärker abfällt als er im Frühling zunimmt.
Pendler und Reisende mussten oft die Uhren anpassen; Anschlüsse wurden verpasst. Zwischen 1941 und 1942 führte die Schweiz erstmals die Sommerzeit ein, stellte sie aber bald wieder ab. Erst 1981 wurde sie offiziell eingeführt.
Die Zeitumstellung beeinflusst auch den SBB-Fahrplan: Nachtzüge mit Abfahrt zwischen 2 und 3 Uhr fallen aus; internationale Züge kommen eine Stunde später an. Bei der Oktober-Umstellung müssen Nachtzüge doppelt fahren – sowohl zur Sommer- als auch zur Winterzeit.
William Willet, ein britischer Bauunternehmer, gilt als Erfinder der Sommerzeit. Sein Vorschlag war, die Uhren in April und September schrittweise anzupassen – was nicht umgesetzt wurde. Sein Ururenkel Chris Martin setzte sich für eine Gedenktafel ein.
Spitäler sehen einen Anstieg von 6,5 Prozent bei Notfallpatienten am Tag nach der Zeitumstellung, vor allem bei Kreislauf- und Atemwegserkrankungen – die Umstellung sorgt also wortwörtlich für Schwindel.
Marokko war lange ein Sonderfall: Während des Ramadans hob man die Sommerzeit auf. 2018 wurde sie abgeschafft, bleibt aber während des Ramadans bestehen.