Die Sozialdemokraten haben ihren Platz in der Waadtländer Kantonsregierung verteidigt. Die bürgerliche Allianz konnte ihre Mehrheit nicht ausbauen. Roger Nordmann ist als neuer Staatsrat gewählt worden. Der langjährige ehemalige Nationalrat hat die Nachfolge von Rebecca Ruiz angetreten und den Sitz für seine Partei gesichert. Im zweiten Wahlgang am Sonntag erzielte er 50,95 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 41,7 Prozent. Nordmanns Einzug in die Exekutive erfolgt nach einer gescheiterten Kandidatur für das Bundesratsamt und mit Unterstützung durch die Grünen.
Die “Alliance vaudoise” (FDP, Mitte, SVP) scheiterte an der Erweiterung ihrer Regierungsmehrheit. Jean-François Thuillard von der SVP konnte im ersten Wahlgang überraschend in Führung gehen, doch verpasste er mit 47,52 Prozent die Wahl. Agathe Raboud Sidorenko von der radikalen Linken trat nicht mehr an.
Die bürgerlichen Parteien hatten seit 2022 vier Sitze inne (3 FDP und 1 Mitte), während SP und Grüne jeweils zwei bzw. einen Sitz hielten. Die SVP, die zuletzt 2011 aus der Regierung ausschied, blieb ohne Erfolg. Der Kanton Waadt ist angespannt: Es gibt Untersuchungen gegen eine Regierungsmitglied, umstrittene Steuervorteile für Reiche, eine zerstrittene Regierung und ein defizitäres Budget.
Nordmann äußerte sich überwältigt und optimistisch. Er hofft auf eine Verbesserung der Stimmung in der Exekutive durch Konsenssuche. Der 20 Jahre lang im Nationalrat tätige Nordmann war Fraktionschef für acht Jahre. Trotz Rückschlägen, wie gescheiterten Kandidaturen für den Ständerat und das Bundesratsamt, gelang ihm nun der Einzug in die Kantonsregierung.
Der SVP-Kandidat Thuillard zeigte sich stolz auf sein Ergebnis, das er als Aufwecker für die Linke ansieht. Sylvain Freymond, Präsident der Waadtländer SVP und Nationalrat, äußerte Zuversicht hinsichtlich zukünftiger Wahlen. Die bürgerlichen Parteien fordern Einsparungen im Gesundheitswesen, um die Finanzen zu stabilisieren. Nordmann sieht Steuersenkungen für das Defizit verantwortlich, während Thuillard eine Ausgabensenkung und weniger Bürokratie befürwortete.
Thuillard ist seit 2016 Präsident von Froideville und war im letzten Jahr Präsident des Grossen Rats.