Leapmotor, ein chinesischer Hersteller, setzt auf fortschrittliche Technologie zu erschwinglichen Preisen und gewinnt so an Boden gegenüber europäischen Modellen des Joint-Venture-Partners Stellantis. Zhu Jiangming, ehemals in der Elektronikbranche tätig, gründete nach einer inspirierenden Reise nach Valencia Leapmotor. Heute verfügt das Unternehmen über ein umfangreiches Produktionsnetzwerk und bringt jährlich fast eine Million Fahrzeuge hervor, darunter den preiswerten Kleinstwagen T03 als Antwort auf den Renault Twizy.
In Deutschland kostet der Viersitzer T03 18.900 Euro (in der Schweiz 16.990 Franken) und bietet mit einer Reichweite von 265 Kilometern eine praktikable Alternative für Stadtverkehr. Leapmotor konnte durch die Partnerschaft mit Stellantis ab 2023 auf dessen Logistik- und Vertriebsnetz zurückgreifen, was den europäischen Markt erschloss.
Der B05, der im Sommer startet, tritt gegen Modelle wie den Opel Astra oder Peugeot 308 an. Mit einem Einstiegspreis von etwa 28.000 Euro und einer Länge von 4,43 Metern bietet er eine kostengünstige Alternative zu Verbrennern und Elektro-Modellen gleichermaßen. Stellantis ermöglicht Leapmotor die Nutzung eines Werks in Saragossa, was Strafzölle umgeht.
Der B05 verfügt über fortschrittliche Elektronik mit hohen Reichweiten und schnellen Ladezeiten – er soll in 18 Minuten von 30 auf 80 Prozent geladen werden. Der B03X, ein kleines elektrisches City-SUV, positioniert sich als preiswertes Konkurrenzmodell zu VW ID.Cross und Skoda Epiq.
Der B03X bietet Platzvorteile und kommt mit einer Reichweite von bis zu 500 Kilometern auf den Markt. Trotz anfänglicher Herausforderungen bei der Fahrdynamik arbeitet Leapmotor an Verbesserungen durch die Nutzung von Stellantis-Kapazitäten.
Die Zusammenarbeit zwischen Leapmotor und Opel, angeführt von Florian Huettl, zielt darauf ab, ein Elektro-SUV in zwei Jahren zu entwickeln. Das Projekt kombiniert chinesische Effizienz mit europäischem Design, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
Leapmotor profitiert durch den Zugang zu Stellantis-Entwicklungsgeldern und einem 51-prozentigen Anteil am Europa-Arm. Technisch dominiert jedoch der chinesische Partner das Joint Venture Leapmotor International.