Die Ergebnisse der kantonalen Wahlen im Kanton Bern haben erwartungsgemäss einen Rechtsruck bestätigt und die SVP zu einem historischen Sieg geführt. Mit 29,3 Prozent hat sich die Partei fast ein Drittel der Stimmen gesichert. Angesichts eines solchen Wähleranteils sollte eine entsprechende Machtverteilung folgen. Dennoch bleibt es ein herber Verlust für die SVP, dass sie knapp an einem dritten Regierungsratssitz vorbeigeschrammt ist.
Dennoch sendet das Wahlergebnis ein klares Signal nach Bundesbern und ins Parlament sowie in den Bundesrat. Seit den letzten Wahlen hat die SVP 13 von 14 kantonalen Entscheidungen für sich entscheiden können. Sollte sie bei den nationalen Wahlen 2027 einen ähnlichen Erfolg wie im Kanton Bern erreichen, wird eine Anpassung der sogenannten Zauberformel unvermeidlich sein. Eine realistische Verteilung könnte dann lauten: 3 Sitze für die SVP, 2 für FDP und Mitte sowie 2 Sitze für Rot-Grün.
Doch selbst mit drei Bundesräten würde die politische Mehrheit in zentralen Fragen – wie Migration, EU-Politik und Neutralität – bei anderen Parteien bleiben. Die geschlossene Front von Grün bis FDP steht nach wie vor gegen alles, was als Bedrohung für Selbstbestimmung oder Souveränität angesehen wird. Dies zeigt sich in den koordinierten Kampagnen gegen die sogenannten “Chaos-” oder “Putin-Initiativen”.
Die politische Landschaft der Schweiz verschiebt sich langsam zu einem Zwei-Lager-System, wobei die SVP auf einer Seite steht. Es wäre daher von entscheidender Bedeutung, wenn sie auch auf Regierungsebene mehr Einfluss gewinnen würde. Demokratie bedeutet, dass die stärksten Parteien Verantwortung übernehmen dürfen – und nicht systematisch ausgeschlossen werden.