Nach den Wahlen in allen 13 Zürcher Parlamentsstädten zeichnet sich eine deutliche Rechtsverschiebung im Kanton ab. Die SVP konnte ihre Position erheblich stärken, während die Sozialdemokraten und Öko-Parteien Verluste hinnehmen mussten.
Die Grünliberalen gelten bei vielen Sozialdemokraten als ideologische Gegenspieler, da sie technokratisch wirken und soziale Anliegen weniger betonen. Diese Wahrnehmung wurzelt in der Nähe der sozialliberalen Fraktion der SP zu den Grünliberalen. Zahlreiche prominente Mitglieder haben die Sozialdemokraten verlassen, um sich bei den Grünliberalen einzuschreiben.
Ein bemerkenswertes politisches Comeback gelang Daniel Frei, einem ehemaligen sozialdemokratischen Parteimitglied und früherem Präsidenten der Kantonalpartei. Nach seinem Austritt aus der SP aufgrund von Unstimmigkeiten mit dem linken Flügel wechselte er die Partei und verlor seinen Sitz im Nationalrat, was als Karriereende galt. Doch 2023 kehrte Frei überraschend in den politischen Ring zurück, indem er sich für einen Stadtratssitz in Uster bewarb.
Freis Kandidatur schien anfangs wenig aussichtsreich, da der FDP-Kandidat Richard Sägesser als Favorit galt. Letztlich gelang es Frei jedoch, für die Grünliberalen einen zweiten Stadtratssitz zu erobern, was zur Folge hatte, dass die SP auf zwei Sitze schrumpfte. Auch in Kloten verlor die SP an Boden zugunsten der Grünliberalen.
In Dübendorf scheiterten die Grünliberalen knapp daran, den Sitz von Martin Bäumle zu halten; Stefanie Huber unterlag dem FDP-Kandidaten Roger Gallati um 39 Stimmen. In Wädenswil konnten die linken Parteien das Stadtpräsidium nicht erobern und mussten der FDP den Vortritt lassen.
Die Kommunalwahlen zeigen keine eindeutigen Trends für den gesamten Kanton, bieten aber Einblicke in die Stadtparlamente. Während die SVP landesweit ihre Präsenz ausbaute, zeigte sich im speziellen Fall von Wetzikon eine interessante Dynamik: Hier eroberte die SVP zusätzliche Sitze im Parlament, während die Exekutive mit Marie-Therese Büsser (GLP) und Pascal Bassu (SP) linker besetzt ist als zuvor. Trotz der Kandidatur nur durch die SVP konnte sich Bassu gegen seinen Herausforderer Heinrich Vettiger behaupten.