Die Diskussion um die unbefristete Anstellung von Rektoren und Prorektorinnen an Zürcher Mittel- und Berufsfachschulen steht im Fokus. Bisher waren diese Positionen auf maximal zwölf Jahre begrenzt, nun könnte sich dies ändern. Kritiker wie der SP-Politiker Rafael Mörgeli befürchten, dass dadurch die Schulleitungen zu abgehobenen Managementeinheiten werden könnten, die sich von der täglichen Schulrealität entfernen. “Diese Führungskräfte würden bis zur Pensionierung durchhalten – auch wenn sie bereits jegliche Innovationskraft verloren haben”, warnte er im Kantonsrat.
Mörgeli sieht darin eine Gefahr für die Qualität der Sekundarstufe II, da es kaum öffentliches Interesse an dieser Diskussion gibt. Die Verantwortlichen würden Eltern, Schüler und Lehrer mit den Konsequenzen eines solchen Fehlentscheids konfrontieren, so Mörgeli.
Andreas Niklaus, Rektor des größten Zürcher Gymnasiums (Zürich Nord) und Präsident der Schulleiterkonferenz, betont, dass die Leitungspersonen eine pädagogische Ausbildung haben müssen. Er selbst unterrichtet momentan nicht, da er mit Aufgaben als SLK-Präsident und den Bauarbeiten an seinem Schulstandort beschäftigt ist. Dennoch hält Niklaus es für wichtig, dass Schulleitungen im Normalbetrieb weiterhin unterrichten.
Während die Mehrheit des bürgerlichen Kantonsrats und der GLP keine negativen Konsequenzen sieht und die Änderungsanträge von SP und Grünen abgelehnt wurden, bleibt das Sesselkleberargument wirkungslos. Rochus Burtscher (SVP) argumentiert, dass Schulleiter sich auf ihre Führungsaufgaben konzentrieren können und dennoch pädagogisch kompetent bleiben.
Wie viele Rektoren und Prorektorinnen die Kombination aus Unterricht und Managementaufgaben in Zukunft bewältigen werden, bleibt abzuwarten.