Nach den ersten Auszählungsergebnissen sichert sich die Oppositionspartei Tisza von Peter Magyar mit 137 Sitzen eine Mehrheit im Parlament, welches aus 199 Abgeordneten besteht. Die regierende Fidesz-Partei unter Viktor Orban kommt auf 55 Mandate. Das nationale Wahlbüro berichtete um 21:30 Uhr nach Auszählung von 66 Prozent der Stimmen, dass die Tisza bei den Wählerstimmen 53,2 Prozent erzielte, während Fidesz auf 38 Prozent kam.
Viktor Orban hat seine Niederlage bei der Parlamentswahl in Ungarn eingestanden. “Was auch immer kommt, wir werden auch in der Opposition der Heimat dienen”, sagte er vor seinen Anhängern in Budapest und fügte hinzu: Die Last der Regierungsarbeit liege nicht mehr auf seinen Schultern.
Peter Magyar, Führer der oppositionellen Tisza-Partei, zeigte sich nach Schließung der Wahllokale optimistisch bezüglich eines Wahlsiegs. “Wir kennen die Prognosen und sind uns der hohen Wahlbeteiligung bewusst”, erklärte er vor tausenden Unterstützern in Budapest.
Der Wahlausgang bedeutet einen Regierungswechsel in Ungarn, was auch für die Europäische Union von Bedeutung ist. Orban hatte sich bei EU-Beschlüssen wiederholt widersetzt, während Magyar angekündigt hat, die Westbindung Ungarns wiederherzustellen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb noch am Sonntagabend: “Ungarn hat sich für die EU entschieden. Das europäische Herz schlägt in Ungarn nun stärker”.
Der Herausforderer Magyar, ehemals Mitglied der Fidesz-Partei, hatte diese vor zwei Jahren verlassen. Er war nicht bereit, Orbans Machtausübung weiter zu dulden, sagte er. In den Monaten bis zur Wahl baute er eine breit getragene Bürgerbewegung auf, die als Kernstück der Tisza fungiert.
In seinem Wahlprogramm versprach Magyar eine Erneuerung der Politik in dem EU- und Nato-Mitgliedstaat. Gegen Korruption und Misswirtschaft wolle er vorgehen. Das Verhältnis zur EU und zu westlichen Partnern beabsichtigt er nach seinen Worten zu reparieren.
SRF 4 News, 12.4.2026, 14:00 Uhr