Ein neuer Bericht des Universitätsspitals Zürich (USZ) weist auf eine Übermortalität von 68 bis 74 Todesfällen hin, basierend auf statistischen Berechnungen für den betreffenden Zeitraum. Die Klinik für Herzchirurgie stand unter der Leitung von Francesco Maisano und verzeichnete elf unerwartete Todesfälle sowie in 13 Fällen einen unsachgemäßen Einsatz von Medizinprodukten, wie das Spital mitteilte. Diese Vorfälle wurden der Staatsanwaltschaft gemeldet.
Laut Bericht resultierten die Probleme aus einer unzureichenden Führungskompetenz, Interessenskonflikten und mangelhafter Aufsicht durch die damalige Spitaldirektion. Drei Mitglieder des Spitalrats traten daraufhin zurück. Die Klinik hat unter neuer Leitung ihr Qualitätsniveau mittlerweile wiederhergestellt.
Im Frühling 2020 wurden Missstände in mehreren USZ-Kliniken bekannt, wobei die Herzchirurgie besonders im Fokus stand. Der damalige Klinikleiter Maisano soll Implantate einer Firma eingesetzt haben, an der er beteiligt war, ohne dies offenzulegen. Zudem soll er Operationsberichte manipuliert haben. Nach diesen Vorwürfen trennte sich das Spital im September 2020 von Maisano.